Leserbrief zum Umbau des S-Bahnhofs Erkrath

von Hans-Ulrich Zastrau

Symbolbild Leserbriefe - Foto: Bruno (Germany) / Pixabay

Hans-Ulrich Zastrau hat folgenden Leserbrief zum Umbau des S-Bahnhofs Erkrath geschickt.

Hinweis: Die geäußerte Meinung in Leserbriefen gibt nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Anonyme Zuschriften, oder Zuschriften mit diskriminierenden Inhalten werden nicht berücksichtigt. Wir behalten uns vor längere Leserbriefe sinngemäß zu kürzen.

Artikel am 24.01.2026: Umbau des Bahnhofs Erkrath S u. a. zur Wiederherstellung der Barrierefreiheit

Bisher hieß es, die geplanten Maßnahmen würden 2027 durchgeführt; jetzt sollen sie aber schon in wenigen Tagen beginnen und etwa ein Jahr andauern. In dieser Zeit fährt auf der Strecke D-Gerresheim bis W-Vohwinkel kein S-Bahnzug. Die Maßnahmen sind sehr umstritten und es läuft derzeit eine Petition mit dem Ziel Barrierefreiheit auf einem anderen Weg wieder herzustellen. Es geht darum, dass der Bahnhof Erkrath S nicht mehr barrierefrei ist, weil seit ca. 10 Jahren hier Züge fahren, deren Einstiegshöhe 20 cm niedriger ist als der Bahnsteig.

Der VRR begründete damals diese Anschaffung damit, dass die niedrigere Höhe (76 cm) sich allgemein durchgesetzt habe, dass auf der Linie S 8 schon etliche Bahnsteige mit der neuen Höhe vorhanden seien und dass es für die veraltete Höhe keinen Anbietermarkt mehr gebe. Das stimmt aber wohl nicht, denn z. B. auf der Linie S 11 (Flughafen D -– Bergisch-Gladbach) werden noch so viele Jahrzehnte Züge mit der veralteten Einstiegshöhe (96 cm) verkehren, dass dort einige Bahnhöfe von 76 auf 96 cm Bahnsteighöhe angehoben werden sollen. Und weil diese Linie vom Flughafen D nach Wuppertal verlängert werden soll, sollen diese veralteten Züge auch über Erkrath – Hochdahl – Millrath – Gruiten fahren.

Das hat zu der Entscheidung des sowohl (76 cm) als auch (96 cm) geführt. Aber leider auf eine gänzlich unbrauchbare Art und Weise: in der Mitte soll der Bahnsteig auf 76 cm abgesenkt und an den Enden auf 96 cm belassen werden; dazwischen wird die gesamte Bahnsteigbreite als Rampe ausgebildet. Es wird deshalb immer Barrierefreiheit nur für Teile eines Zuges geben, je nach dem wo er gerade zum Stehen kommt. Und woher soll das ein Fahrgast wissen, wenn er nicht täglich mit diesem Zug fährt. Für die Zugteile ohne Barrierefreiheit besteht ein erhöhtes Unfallrisiko, weil man mit der verbleibenden Stolpergefahr nicht rechnet, denn S-Bahnsteige sind seit fast 100 Jahren immer barrierefrei. Eine erhöhte Gefahr liegt an den Rampen vor: zu den auch dort vorhandenen Höhenunterschieden kommt hinzu, dass alle Gegenstände mit Rädern (Rollstühle, Rollatoren, Rollkoffer, Roller, Fahrräder aber vor allem Kinderwagen) ins Rollen kommen und auf die Gleise stürzen können und Personen, die zu Hilfe kommen wollen, in höchste Gefahr geraten.

Diese Maßnahmen behindern einen normalen Fahrplan und kosten viel Geld – nur Erkrath S wird „modernisiert“! Und die Bahnhöfe Millrath und Gruiten wann kommen diese Bahnhöfe dran und gibt es dann wieder jeweils ein Jahr nur Ersatzverkehr? Die Nachteile des Ersatzverkehrs treffen die gesamte S 8- Strecke, insbesondere zwischen D-Gerresheim und W-Vohwinkel. Und Hochdahl? Muss da nicht auch ein Teil des Bahnsteigs wieder auf die alte Höhe gebracht werden? Die DB gibt bekannt, dass der Bahnhof Hochdahl, vorbildlich und zukunftssicher einheitlich auf die niedrigere Höhe gebracht wurde. Warum geht das nicht auch in Erkrath S?

Die Petition soll eingereicht werden, weil es immer noch nicht zu spät für eine vernünftige Lösung ist. In ihr wird vorgeschlagen, die Anpassung des gesamten Bahnsteigs auf die niedrigere Höhe vorzunehmen und zwar durch Anhebung der Gleise wie es bei der Modernisierung des Bahnhofs Erkrath Nord geplant ist. Das dauert nur wenige Wochen und ist viel kostengünstiger!

Sollten hier wirklich einmal Züge mit der höheren Einstiegshöhe verkehren, müssten deren Fahrgäste mit diesem Höhenunterschied zurechtkommen, so wie es umgekehrt jetzt ca. 10 Jahre lang der Fall war. Aber es ist auch nicht zwingend, dass hier überhaupt Züge mit der veralteten Höhe verkehren, denn es geht hauptsächlich um die Verbesserung des ÖPNV von Wuppertal zum Flughafen Düsseldorf und das ist sogar besser mit den modernen Zügen zu schaffen.

Und zum Schluss: wenn die Anpassung durch Anhebung der Gleise erfolgt, geht alles viel schneller und kostet viel weniger (Steuer-)geld.

Hans-Ulrich Zastrau

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