
Nach unserem Bericht über den LEG Mieter Dialog wollten wir uns selbst ein Bild von aktuell betroffenen Wohnungen machen und haben Mieter besucht. Was wir vorfanden war erschreckend.
Wir hatten uns mit einer Mieterin verabredet, deren Wohnung aktuell besonders massiv betroffen ist. Im Februar hatte sie bemerkt, dass in der Küche Wasser von der Decke tropft und eine Wand nass ist. Sie wandte sich an die LEG. Vor etwa einer Woche kam dann endlich ein Handwerker, der ihre Wohnung aber gar nicht erst betrat. Er berichtete ihr im Treppenhaus, dass der Schaden in der fünften Etage sei und erst behoben werden müsse, bevor man in ihrer Wohnung etwas machen könne.
Schon vor der Haustüre trafen wir auf einen weiteren Mieter, der berichtete, dass heute ein Handwerker vor Ort gewesen sei. Er wohnt in der fünften Etage. In seiner Wohnung habe man Rohre getauscht, aber dann sei aufgefallen, dass der Schaden offensichtlich weiter oben liegt. Schließlich sei herausgekommen, dass der Schaden in der sieben Etage liegt. Bevor wir ins Haus gehen, erzählt er uns noch, dass der Schließmechanismus der Haustüre defekt sei. Dort war ein Hebel abgebrochen und seit dem könne jeder die Türe permanent von außen einfach aufdrücken, sodass jeder in den Hausflur gelangen könne. Er, der selbst im Bereich Sicherheit und Brandschutz tätig ist, sorgt sich, dass deshalb jemand auf die Idee kommen könnte, abends die Haustüre abzuschließen. Das jedoch könnte im Notfall, wenn alle beispielsweise wegen eines Brandes schnell das Haus verlassen müssten, lebensgefährlich für die Mieter werden.
Auf dem Weg durchs Treppenhaus machen wir in der ersten Etage halt. Eine weitere Mieterin hatte sich bereit erklärt uns die Schäden in ihrer Wohnung zu zeigen. Feuchtigkeit und Schimmel sind auch in ihrer Küche sichtbar, aber bei ihr ist besonders das angrenzende Zimmer betroffen, das Zimmer ihrer beiden Söhne. Sie sind nicht zu Hause. Die Tochter des Hauses sagt uns, dass einer ihrer Brüder allergisch auf den Schimmel reagiere. Er müsse seit dem der Schimmel aufgetreten ist, dauernd niesen. Ihre Mutter berichtet, dass er aktuell eine Ausbildung mache und dass der allergische Schnupfen und die Luftnot so schlimm geworden wären, dass er heute beim Arzt war. Der habe ihn in ein Krankenhaus nach Düsseldorf eingewiesen.





Neben der Feuchtigkeit und dem Schimmelbefall funktieren in der Wohnung in zwei Zimmern die Heizkörper nicht. „Und wenn es stark regnet, kommt Wasser durchs Fenster“, erzählt die Tochter. Auch einen nutzbaren Keller hätten sie, seit dem Einzug vor drei Jahren nicht. „Die LEG hat uns irgendwann eine Nummer genannt. Das sollte unser Keller sein. Aber der ist voll. Ich habe das gemeldet, aber es passiert nichts“, so die Mutter. Mails an die LEG blieben unbeantwortet.
Noch schlimmere Schäden in der dritten Etage
Seit Februar bahnt sich das Wasser nun seinen Weg von der siebten Etage bis ins Erdgeschoss des Hauses. Die Wohnung unserer Gesprächspartnerin, die in der dritten Etage wohnt, scheint mit Abstand am schlimmsten betroffen zu sein. Wir gehen mit ihr gemeinsam nach oben, um uns den Schaden anzusehen. Was uns dort erwartet, ist kaum in Worten zu beschreiben. Auf dem Weg nach oben hatte sie uns schon erzählt, dass sie die Küche gar nicht mehr nutzt und im Moment notgedrungen die Heißluftfriteuse im Esszimmer nutzt, um für sich und ihre Söhne Essen zuzubereiten.
Warum sie die Küche nicht mehr nutzt, wird uns schnell klar. Die Wand, an der eigentlich auch Backofen und Herd stehen, ist massiv nass und verschimmelt. Aber das ist nicht alles. Der Wassereinbruch ist in ihrer Küche so stark, dass das Wasser immer wieder auch auf dem Boden steht. Sie kann gar nicht so viel wischen, wie nachkommt. Die Laminatfliesen sind bereits aufgequollen und vollgesogen und inzwischen zieht das Wasser auch in den Laminatboden im Esszimmer. Der Backofen steht ausgebaut auf einem Arbeitsschrank auf der halbwegs trockenen Seite der Küche. Überall auf dem Boden sind Tücher verteilt, die das Wasser aufnehmen sollen, damit es nicht noch weiter ins Esszimmer dringt. Der überwiegende Teil der Küche ist ruiniert und muss erneuert werden.





Wenn der Schaden in der siebten Etage behoben sei, würde man ihr Bautrockner in die Wohnung stellen und wenn alles getrocknet sei, sollen die Schäden behoben werden. Wann das ist, weiß niemand so genau. Bei ihr grenzt an die Küchenwand das Wohnzimmer. Auch hier sind Wand und Decke feucht. „In unserer Wohnung funktioniert in zwei Zimmern die Heizung nicht“, erzählt auch sie uns. Auch das betrifft offensichtlich das ganze Haus. Es sind nicht die ersten leidvollen Erfahrungen. Vor einigen Jahren habe es im Haus einen Kakerlakenbefall gegeben. Die seien im Bad durch die Lüftung in die Wohnungen gekommen. Erst nachdem ein Kammerjäger vor Ort war, habe es aufgehört. Beim Thema Bad macht sie uns darauf aufmerksam, dass ihre Badewanne rostet. Als sie das bei der LEG meldete, erhielt sie die Antwort, dass sie für die Beseitigung selbst aufkommen müsse.

Nur drei LEG-Mieter, die wir vor Ort getroffen und zwei Wohnungen, in denen wir die Schäden gesehen haben. Dass sich inzwischen eine Mieter-Iniative gebildet hat, weil man sich erhofft gemeinsam mehr Aufmerksamkeit zu bekommen und damit eine schnellere Beseitung der zahlreichen Mängel erfolgt, ist verständlich. Es bleibt für die Mieter zu hoffen, dass hier wirklich schnell etwas geschieht. Unser Eindruck war, dass die beiden Wohnungen, die wir gesehen haben, eigentlich aktuell nicht ohne gesundheitliche Risiken bewohnbar sind.
Kontaktmöglichkeit für betroffene Mieter
Hier noch einmal die Homepage der Mieterinitiative: www.mieterinitiative-erkrath.de. Dort können betroffen Mieter online ein Mängel-Protokoll ausfüllen. Über die Seite können Betroffene auch Kontakt aufnehmen und sich der Mieterinitiative anschließen sowie über weitere Treffen informiert werden.

Guten Tag hab ich auch grose problemem mit Leg on Erkrath .