Kunst zum Anschauen und selber machen

Im KunsTHaus können Besucher gerade selbst aktiv werden. Foto: Lutz Wulfestieg

Die Werkschau ‚Ausgedrückt und ausgedruckt‘ im KunsTHaus Erkrath bietet Besuchern aktuell nicht nur Werke der ausstellenden Künstler, sie können auch aktiv selbst etwas gestalten mit nach Hause nehmen.

Schon einmal versucht einen Prägedruck, Linoldruck oder Geldruck zu erstellen? Das ist aktuell im KunsTHaus in der Werkschau möglich. Täglich von 14 bis 18 Uhr noch bis Freitag. Und wer es in der Woche nicht schafft, kann nach Absprache auch noch am kommenden Wochenende vorbeischauen.

Das Künstler-Trio Roswitha Müller-Krüger, Martha Reiter und Werner Rutz stellt eigene Werke aus, erklärt Besuchern angewandte Techniken und lässt die Besucher diese Techniken zum Teil auch selbst ausprobieren. Dafür hat Werner Rutz eine Walz-Apparatur mitgebracht, mit der jeder selbst eines seiner Motive in Karton prägen kann. In den Motiven von Werner Rutz finden sich Labyrinthe und immer wieder Mäander, wie sie in der griechischen Kunst als Ornamentik vorkamen. Überhaupt finden sich Besucher, die mit Rutz ins Gespräch kommen, schnell in der griechischen Mythologie wieder. Etwa bei Ariadne, die Theseus ein Wollkneuel gab, damit er – nachdem er den Minotaurus besiegte – entlang des gespannten Wollfadens den Weg aus dem Labyrinth fand. Das Labyrinth findet sich aktuell im KunstHaus nicht nur in Werner Rutz Werken. Auch Martha Reiter nutzt das Labyrinth als Motiv in einigen ihrer Werke.

Martha Reiter ist als Gastausstellerin bei dieser Werkschau. Sie lebt und wirkt in Rommerskirchen, die Architektin im Ruhestand hat erst nach ihrem Arbeitsleben künstlerisch ’so richtig Gas gegeben‘, belegte Kurse, nahm an Seminaren teil und besuchte schließlich die Europäische Kunstakademie in Trier, die sie mit Zertfikaten in Malerei abschloss. Das hält offensichtlich jung und lebendig, denn wer Martha Reiter in Aktion erlebt, wird kaum glauben, dass sie 1936 zur Welt kam und schon 85 Jahre alt ist. Auch sie hat eine Mitmachaktion im Gepäck und lässt Besucher, die Lust haben, den Gel-Druck ausprobieren. Als Künstlerin arbeitet sie mit verschiedenen Techniken, unter anderem auch mit Kartonradierungen und Offsetfarben. Einmal im Jahr veranstaltet Martha Reiter in ihrer Heimatstadt Rommerskirchen in einer Scheune die ‚Kulturtage‘, bei denen es neben viel Kunst auch Musik gibt. Dabei wird auch der 2000 m² große Garten zum Ausstellungsgelände.

Wie man mit Trittschalldämmplatten einfache Drucke erstellen kann, zeigt Roswitha Müller-Krüger den Besuchern. Das Prinzip ist einfach: Mit einem stumpfen Bleistift prägt man ein Motiv in die vorher zugeschnittenen Stücke, die dann mit Linoldruckfarbe bestrichen, aufs Papier gelegt und aufgewalzt werden. Das Ganze funktioniert auch auf mit Acrylfarbe grundierten Untergründen, wie sie uns anhand eines ihrer Werke zeigt. Aktuell arbeitet Roswitha Müller-Krüger an einem Triptychon, das aus einem großen Bild in der Mitte und zwei schmalen seitlich besteht. Das Werk ist ebenfalls mit Acrylfarbe grundiert, während Motive aus alten Fotobüchern zu einer Kollage zusammenwachsen, die dann wiederum mit Acrylfarben verbunden wird. Ein Besuch der aktuellen Werkschau lohnt in jedem Fall zum Schauen, Entdecken und natürlich Ausprobieren. Gestern waren zur ‚Halbzeit‘ gegen 16 Uhr bereits 20 Besucher vor Ort gewesen.

  • Anzeige

1 Kommentar

  1. Ich war gestern dort. Man sollte sich die Werkschau ansehen, sehr interessant .Tolle Sachen gibt es dort zu sehen und vor allem auch zum selber ausprobieren.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*