Keine Trendwende in Sicht

IHK zu Düsseldorf

Symbolbild Statistik: Gerd Altmann / Pixabay

Wirtschaft im Kreis Mettmann bleibt unter Druck

Der aktuelle Konjunkturbericht der Industrie- und Handelskammern Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein zeigt: Die erhoffte wirtschaftliche Erholung bleibt aus. Zwar hat sich der Konjunkturklimaindikator – das zentrale Stimmungsbarometer der Wirtschaft – im Kreis Mettmann leicht verbessert. Mit 87,37 Punkten liegt er über dem Wert vom Jahresbeginn 2025 (82,42 Punkte), bleibt jedoch deutlich unter der neutralen Marke von 100 Punkten und klar hinter dem Durchschnitt der Gesamtregion (93,25 Punkte). Von einer Trendwende kann daher keine Rede sein. „Viele Unternehmen im Kreis Mettmann stehen weiterhin unter Druck. Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, und Impulse für neues Wachstum sind bislang kaum erkennbar.“ Mit dieser Einschätzung bringt Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, die aktuelle Stimmung in der regionalen Wirtschaft auf den Punkt.

Die Unternehmen im Kreis Mettmann bewerten ihre Lage insgesamt schlechter als im regionalen Durchschnitt. Der Saldo der Geschäftslage liegt bei minus 19,3 Punkten – deutlich unter dem Wert für Düsseldorf und den Mittleren Niederrhein (minus 9,8 Punkte). Auch die Erwartungen für die kommenden Monate bleiben gedämpft: Mit minus 5,4 Punkten fällt der Erwartungssaldo im Kreis pessimistischer aus als im regionalen Vergleich (minus 3,6 Punkte). Auch am Arbeitsmarkt zeigt sich die wirtschaftliche Zurückhaltung. Mehr Unternehmen rechnen in den kommenden Monaten mit Stellenabbau als mit zusätzlicher Beschäftigung (Saldo: -14,7; Gesamtregion: -11,2). Besonders pessimistisch sind die Erwartungen im Dienstleistungssektor (-15,79; Gesamtregion: -3,21) sowie im Großhandel (-17,07; Gesamtregion: -13,63). Auch im Einzelhandel bleibt der Ausblick negativ (-18,18), fällt jedoch etwas weniger pessimistisch aus als im regionalen Vergleich (-22,58).

Bau schwächelt – Investitionen in Industrie unter Druck

Ein differenziertes Bild zeigt sich beim Blick auf die einzelnen Branchen. Im Baugewerbe ist die Kapazitätsauslastung mit 66,39 Prozent deutlich niedriger als im Durchschnitt der Gesamtregion (77,0 Prozent). Hintergrund ist vor allem die schwache Entwicklung im Wohnungsneubau: Während sich die Lage in anderen Städten und Kreisen teils volatil entwickelt, setzt sich im Kreis Mettmann seit 2022 ein kontinuierlicher Rückgang bei Genehmigungen und Fertigstellungen fort. Hinzu kommt die anhaltende Flächenknappheit. Auch bei den Investitionsplänen der Unternehmen zeigen sich klare Unterschiede zwischen den Branchen. Im Verarbeitenden Gewerbe überwiegen Unternehmen, die ihre Inlandsinvestitionen reduzieren wollen. Im Großhandel und im Dienstleistungssektor hingegen planen mehr Betriebe eine Ausweitung ihrer Investitionen. Insgesamt bleibt der wirtschaftliche Ausblick im Kreis Mettmann verhalten. „Angesichts des von der Bundesregierung eingerichteten Sondervermögens hätte man größeren Optimismus erwarten können. Das zeigt, dass Schuldenmachen allein nicht ausreicht, um aus der Krise herauszukommen“, betont Berghausen.

Was es jetzt braucht: konsequenten Bürokratieabbau, schnellere Genehmigungen, verlässliche Energiepreise und bessere Investitionsbedingungen. Bund, Land und Kommunen müssen die Voraussetzungen schaffen, damit Unternehmen wieder investieren und Wachstum entstehen kann.

Den ausführlichen Konjunkturbericht finden Sie hier: ⁣Regionale Konjunktur – IHK Düsseldorf – IHK Düsseldorf.

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