In Erkrath herrschte Narrenzeit

Vom Christian Zimmer

Foto: Christian Zimmer

Unter dem Motto „Die Zukunft kommt, wir sind bereit – in Erkrath herrscht jetzt Narrenzeit!“ zog am Samstag, 7. Februar, der närrische Lindwurm bei bestem Wetter durch Alt-Erkrath.

Vor dem Umzug startete bereits um 11:11 Uhr der Biwak der Karnevalsgesellschaft Die Letzten Hänger 1963 e.V. unter der Markthalle, welche auch den Umzug organisiert. Bei den Auftritten gaben sich die Königspaare die Klinke in die Hand: Die Prinzenpaare aus Erkrath, Unterbach, Hilden, Solingen und das Jugendprinzenpaar aus Wuppertal waren da. Mit dem Duo ‚Schokolädcher‘ gab es Live-Musik, die Tanzgarden der Hoppdötze, Düssel-Garde sowie das OC Danceteam für die Letzten Hänger boten Tanz.

Rund um die Markthalle gab es mit einem Crêpes-Stand, einem Hähnchengrill, Bratwurst und Pommes sowie der Kulturbar, die diesmal Wein, Glühwein und Aperol im Angebot hatte, eine breite Auswahl an Verpflegung. Etwas aus der Reihe fiel ein Stand für Tabakerhitzer. Viele Karnevalisten schauten sich das bunte Treiben an. Wie wir in mehreren Gesprächen erfuhren freuten sich auch einige Menschen, für ein paar Stunden von den Krisen des Alltags abzuschalten.

Foto: Christian Zimmer
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Ausgelassene Stimmung trotz weniger Wagen

Der Umzug hatte diesmal einige Wagen weniger – das mittlerweile geforderte Brauchtumsgutachten macht manchen Teilnehmern das Leben schwer. Neben den Kosten von 500-600 Euro für die nötige TÜV-Prüfung der Anhänger hörten wir im Vorfeld auch von Problemen, um überhaupt einen Termin zu bekommen, da es an geschultem Personal mangeln soll. Selbst der Anhänger der „Letzten Hänger“ bekam die nötigen Unterlagen erst wenige Tage vor dem Umzug.

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Die zahlreichen Jecken am Wegesrand freuten sich dennoch über die bunten Gruppen und Wagen, die dabei waren. Auf dem Wagen der Letzten Hänger waren gleich zwei Prinzenpaare vertreten: Das Erkrather Prinzenpaar Wolfgang II. und Regina I. sowie das Prinzenpaar der KG ‚Dä Stolz von Ordebach‘ Prinz Mirko mit Prinzgemahl Daniel, zudem war Hoppeditz Sven auf dem Wagen der Hänger. Bei der Großen Erkrather KG fuhr das Kinderprinzenpaar Titus I. und Sofia I. sowie Jugend-Hoppeditzin Raya mit. Die Düssel-Garde war mit ihrem Vereins-Kinderprinzenpaar Adrian I. und Juna I. unterwegs. Mit dem Unterbacher Prinzenpaar Robert I. und Anita II. waren weitere Tollitäten im Umzug zu sehen.

Foto: Christian Zimmer
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Die Grünen thematisierten den „bankrotten“ Haushalt, während die CDU meint: „Erkrath hält Kurs“. Die SPD präsentierte ihre Wahlkreis-Vertreter als „rote Vielfalt“. Die Landjugend Hubbelrath war „außer Rand und Band“, die Wülfrather Landjugend im Apres-Ski-Fieber und die Landjugend aus Ratingen thematisierte das Mercosur-Abkommen der Europäischen Union. Die Freiwillige Feuerwehr hatte sich dem Thema „Arbeiten bis zum Umfallen“ angenommen und lies einen Anhänger diesmal vom THW Erkrath ziehen, der sich ein Fahrzeug beim THW Hilden geliehen hatte. Die Schützen hatten ihren Wagen orientalisch verziert. Bei der IG Erkrath gingen blaue Avatar-Wesen mit.

Neue Auflagen und ein Zwischenfall

Auf der Bahnstraße hatte die Kunstgalerie geöffnet, deren Künstler der Art Group Erkrath einen ganzen Stehtisch voll Kamelle sammelten. Erstmals ging es am Bavier-Center vorbei statt über die Bongardstraße – ein Teil der neuen Auflagen. Auch die frühere Sperrung der Innenstadt bereits eine Stunde vor Zugbeginn war Auflage, die Busse sowohl der Rheinbahn als auch des derzeitigen Ersatzverkehrs der Bahnlinie S8 mussten Umwege fahren. Offenbar waren die Sperrungen nicht allen bekannt, sodass es an der Wagnerstraße zu einem Zwischenfall kam: Ein Straßenposten wurde von einem Mitarbeiter eines Düsseldorfer Pflegedienstes verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Foto: Christian Zimmer
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Nach dem Umzug ging die Party weiter. Während in der Stadthalle die Große Erkrather KG ihre After-Zoch-Party veranstaltete, feierten die Letzten Hänger bis in den Abend hinein unter der Markthalle mit DJ-Musik weiter. Zum schönsten Wagen erkoren die Hänger den Wagen der St. Sebastianus Bruderschaft, zur schönsten Fußgruppe die Düssel-Garde.


Transparenz-Hinweis: Der Autor ist Mitglied in der Karnevalsgesellschaft „Die Letzten Hänger“, welche den
Umzug und Biwak veranstaltet.

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