Hier müssen Talente nicht erst geschmiedet werden

von Timo Kremerius

Foto: Timo Kremerius

AWO-Treff Leiterin Silke Dietz scheint ein Quell unerschöpflicher Projekt-Ideen. Nach dem neu gegründeten Männertreff im letzten Jahr, rief sie in diesem Jahr als Talent-Scout die „Talente im Quartier“ zusammen und davon gibt es offensichtlich nicht wenige.

Nachdem wir im vergangenen Jahr auch das Projekt „Männer unter sich – Gemeinsam statt einsam“ zum Start begleitet haben, hat Silke Dietz noch einmal kurz zusammengefasst, wie sich der daraus entstandene Männertreff entwickelt hat. Seit dem Start treffen sich monatlich ca. 20 Männer. Davon nehmen einige nur sporadisch an den Treffen teil, aber 12 Männer sind regelmäßig zu den unterschiedlichsten Aktivitäten dabei.

In diesem Jahr geht es in einem neuen Mitmachprojekt nun um die „Talente im Quartier“. Im AWO-Treff sollen Menschen zusammenfinden und ihre unterschiedlichen Fähigkeiten einbringen. Davon haben die meisten von uns im Laufe ihres Lebens einige angesammelt und in so manch einem schlummert viel Kreativität und auch handwerkliches Können. Einige dieser Fähigkeiten sind im Laufe der Jahre in Vergessenheit geraten. Die möchte Silke Dietz nun in einem neu gegründeten Kreis wieder ans Tageslicht holen.

„Beispielsweise das Haltbarmachen von Lebensmitteln durch Einkochen. Oder das Kochen von Gelees und Marmeladen. Auch Brot backen oder schneidern, nähen und sticken beherrschen viele“, zählt Silke Dietz Beispiele auf. Ziel der neuen Gruppe ist es, die Fertigkeiten mit anderen zu teilen oder einfach etwas Neues auszuprobieren. „Viele ältere Menschen haben im Laufe ihres Lebens unglaublich viel gelernt und erlebt. Dieses Wissen soll nicht verloren gehen, sondern im Quartier lebendig bleiben“, erklärt Silke Dietz und so könnte sich das neue Projekt zum Generationen- und Nachbarschaftsprojekt entwickeln, bei dem Ältere ihr Wissen und Können an jüngere Menschen weitergeben. Gleichzeitig können die Teilnehmer neue Kontakte knüpfen und damit einer vielleicht gefühlten Einsamkeit entgegen wirken.

„In den kommenden Wochen soll es verschiedene Mitmachangebote, Gesprächsrunden und kleine Aktionen im Quartier geben. Bei einem gemeinsamen Fest sollen dann die entstandenen Ideen, Werke und Geschichten präsentiert werden“, erzählt Silke Dietz, wie sich das Projekt weiter entwickeln soll. Zum ersten Treffen hatten sich zehn Damen und zwei Herren in gemütlicher Runde zusammengefunden. Die Gründe dem Projektaufruf zu folgen, waren recht unterschiedlich. Für Renate war es der Weg aus der Trauer nach dem Verlust des Ehemanns. Sie kam an diesem Tag erst einmal, um zu schauen. Auch Erika nutze dieses erste Treffen, um sich erst einmal zu orientieren. Ähnlich war die Motivation von Gabi, die gerne knüpft und singt, aber hier erst einmal schauen wollte. Ulrike und Rita suchten Menschen für eine neu zu gründende Ukulele-Gruppe und eine Ukulele-Singaktion und hatten auf Anhieb Glück, denn auch der anwensende Martin spielt Ukulele.

Monika ist schon bei den Digitalpaten aktiv und könnte sich vorstellen, dass sie eine Art Telefonbetreuung- oder -seelsorge anbieten könnte. Vor allem zuhören liegt ihr. Sara möchte gerne samstags und sonntags ein Strickcafé veranstalten, konnte ihr Wunschprojekt aber beim ersten Treffen nicht selbst vorstellen. Zwei junge Damen, die auch leider nicht vor Ort waren, wollten mit Drink & Paint begeistern. Drink & Paint auch Sip & Paint genannt ist ein neues kreatives Event-Format. Die Teilnehmer genießen Getränke, Wein, Cocktails oder ähnliches und malen dabei in entspannter Atmosphäre. Ein Künstler unterweist die Teilnehmer, die ohne Vorkenntnisse, in zwei bis drei Stunden ihr eigenes Kunstwerk erstellen. Spaß, Geselligkeit und Stressabbau stehen im Fokus. Zwei weitere junge Damen wollen Brötchen oder Brot backen und dazu den passenden Aufstrich reichen.

Hobbyschneiderin Elisabeth, die als Näherin gearbeitet hatte, würde ihre Nähmaschine mitbringen und im geselligen Kreis die Teilnehmer in den Zauber des Nähens einweihen. In dem Zusammenhang fiel auch der Begriff Weißnäherin (auch Weißzeug Näherin). Das war eine spezialisierte Schneiderin, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert hochwertige, weiße Wäsche wie Bett-, Tischwäsche und feine Unterwäsche überwiegen für die Aussteuer herstellte. Bei vielen Anwesenden ein unbekannter Begriff.

Neben der Vorstellung der Teilnehmer und einigen ihrer Talente gab es von Christel auch direkt Anschauungsmaterial. Sie stellt Bilder und Gegenstände aller Art aus kleinen bunten Perlen her. Diamond Painting nennt sich die kreative Beschäftigung, die erstaunliche Objekt, richtige Eyecater, hervorbringt.

Es war ein kurzer Einblick in die Talente und Hobbys der Teilnehmer und Interessenten dieses ersten Treffens, die schon die Vielfalt vermuten läßt, die sich im Laufe dieses neuen Projekts entwicklen könnte, das nicht nur Ältere Menschen anspricht sondern Generationen nachbarschaftlich im Quartier verbindet. Weitere Termine können über den AWO-Treff Hochdahl erfragt werden.

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