‘Harte Worte’ von Ralf Buchholz

von Ria Garcia

Archivfoto Artfabrik. Ralf Buchholz, NEANDERARTgroup. Foto: Ria Garcia

In einem Statement drückt Ralf Buchholz, NEANDERARTgroup, seine Enttäuschung über Erkrath aus. Die Gruppe will weitermachen, vorerst ist sie aber in Erkrath nicht präsent.

“Vandalismus in Erkrath ist die eine Sache, wie eine Stadtführung damit umgeht eine andere”, drückt Ralf Buchholz die aus seiner Sicht mangelnde Wertschätzung und Unterstützung in Erkrath aus. Nach 13 Jahren sehr aktiver und ehrenamtlicher Arbeit in Sachen Kunst und Kultur sei die Reaktion zu den Vorgängen am Skulpturenweg an der Düssel seitens der Stadführung ‘erbärmlich und unverschämt’, wie er es ausdrückt. Die Stadt hätte sich auf seine Emails Ende 2021 Anfang 2022 hin um eine Antwort gedrückt, heißt es in seiner Stellungnahme.

“Als dann die massive Gewalt gegen die Kunst im öffentlichen Raum eskalierte, schaffte man es allerdings innerhalb von wenigen Minuten mit einem öffentlichen Kommentar auf Facebook die geringe Wertschätzung unserer Aktivitäten in Sachen Kunst und Kultur in Erkrath deutlich zu machen”, meint Buchholz.

Dennoch würde die NEANDERARTgroup weitermachen, der Terminkalender für 2023 sei bereits mit Ausstellungen und Events gut gefüllt, auch der überwiegende Teil der Künstlerinnen und Künstler sei weiterhin an Bord. Allerdings, schaut man auf die Homepage der NEANDERARTgroup, findet aktuell alles außerhalb von Erkrath, zum Beispiel in Düsseldorf und Wachtendong, statt.

“Leider hat es in den letzten 13 Jahren die Stadt Erkrath nicht geschafft für uns Perspektiven zu schaffen, um weiterhin Ausstellungen und spannende Events vor Ort zu organisieren. Weder das Rathaus, noch die lokale Politik scheint sich für Kunst zu interessieren. Räume für Kunst stehen nicht zur Verfügung, Leerstand in der Stadt bleibt lieber leer stehen und außergewöhnliche, interessante Ausstellungslokations bleiben für Kunst verschlossen”, heißt es dazu von Ralf Buchholz.

Die jahrelange sehr gute Zusammenarbeit mit der Caritas Begegnungsstätte hätte man beenden müssen, weil sich keine Künstlerinnen und Künstler mehr für Ausstellungen gefunden hätten. Auch die Newcomer Aktion, sei trotz der Unterstützung der lokalen Presse zuletzt ins Leere gelaufen. Auch die Quickart im Foyer der Stadthalle sei keine Option mehr gewesen. “Vom Kulturamt der Stadt wurden uns ständig irgendwelche Knüppel zwischen die Beine geworfen, auf die ich jetzt im Detail nicht weiter eingehen möchte. Kurzum haben wir die letzten Spieltermine auch schon mit Gastkünstlern bestritten, da unsere Mitglieder nun auch schon drei oder viermal im Foyer ausgestellt hatten, und merkten das das Interesse stark nachgelassen hatte”, äußert er sich dazu.

Finanzielle Unterstützung sei in Erkrath Fehlanzeige gewesen. “Für unsere ganzen Aktivitäten haben wir keinerlei Unterstützung erhalten. Der Skulpturenweg sollte eigentlich ein innerstädtisches Gesamtprojekt zur Aufwertung des Düsselufers werden. Wir haben den Anfang mit den Skulpturen gemacht, doch nichts folgte.” Einige, wenige Sponsoren hätten die NEANDERARTgroup mit kleinen Geldbeträgen unterstützt, von der Stadt Erkrath oder ansässigen Firmen sei keine Unterstützung gekommen. “Das wir ein solches Projekt nicht über Jahre mit unseren Mitgliederbeiträgen stemmen können, war von Anfang an klar.”

Andere Projekte, wie zum Beispiel die Gestaltung des Bahnhofs, hätten nur realisiert werden können, weil Buchholz gute Kontakte zu Grafittikünstlern habe, die zu Schnäppchenpreisen gearbeitet hätten. “In anderen Städten wird mehr Geld für die Verschönerung der Innenstädte ausgegeben und dort sind auch zahlungskräftige Sponsoren mit im Boot.”

Aus Sicht von Ralf Buchholz gibt es derzeit keine vernünftigen Ausstellungsmöglichkeiten in Erkrath und daran könne die NEANDERARTgroup nichts ändern. Das würde aber, so Buchholz, nicht bedeuten, dass die Gruppe in Erkrath nicht mehr aktiv sein wird.

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