
Der Wirtschaftskreis Erkrath unterstützt die Sternwarte Neanderhöhe Hochdahl e.V. mit 16.000 Euro bei der Sanierung des Observatoriums.
Tim Beerbohm, Vorstandsvorsitzender des Wirtschaftskreis Erkrath und der stellvertretende Vorsitzende Dominik Heilein überbrachten den Scheck persönlich. Als Nachfolge für den Aktionstag der Wirtschaft hatte der Wirtschaftskreis im letzten Jahr beschlossen einmal im Jahr ein Leuchtturmprojekt zu unterstützen. Im ersten Jahr (2024) war es das Mosaik Sommercamp, die kleine Stadt ‚Sandheidchen‘, des Vereins füreinander. In diesem Jahr freut sich die Sternwarte Neanderhöhe Hochdahl (snh) über die willkommene Unterstützung. „Die Jugendarbeit und die Förderung junger Menschen in unserer Stadt liegt uns sehr am Herzen. Das Observatorium leistet hier mit seinen Kursen einen großen Beitrag“, sagt Dominik Heilein, der aus eigener Erfahrung weiß, wovon er spricht. Das technische Interesse des IT-Experten wurde im snh geweckt. Dort hat er schon mit 16 Jahren ehrenamtlich IT-Kurse im Schulungszentrum geleitet.
Das Observatorium der Sternwarte Neanderhöhe Hochdahl e.V. wurde Ende der 1960 Jahre errichtet. Es seit mehr als fünf Jahrzehnten ein kultureller und wissenschaftlicher Anziehungspunkt in der Region. Engagierte Amateurastronomen bauten das Observatorium in mehreren Bauabschnitten in Eigenleistung. Auf die beiden ursprünglichen Beobachtungstürme folgten ein Verbindungsbau für Vorträge, Seminare und Kurse. Später kamen eine Bibliothek, ein Funkraum, weitere Türme und ein Gästehaus hinzu. „Schon damals wurde der gesamte Bau ausschließlich in Eigenleistung gestemmt, getragen von der Begeisterung der Mitglieder und der Unterstützung lokaler Unternehmen. Heute ist die Sternwarte weit mehr als ein Ort für Himmelsbeobachtungen“, berichtete Max Mucha, erster Vorsitzender des snh.
Der Verein zählt um die 550 Mitglieder, davon sind rund ein Drittel Kinder und Jugendliche. Er wird von zahlreichen Ehrenamtlichen durch ihr Engagement, auch als Kursleiter getragen. Sie ist ein vom Land anerkannter außerschulischer Lernort, Treffpunkt für naturwissenschaftlich interessierte Jugendliche, ein Ort für Kurse, Vorträge und Fortbildung und mit ihrem Planetarium die zweitgrößte Kultureinrichtung im Kreis Mettmann. Über alle Einrichtungen verteilt nutzen mehr als 35.000 Besucherinnen und Besucher jedes Jahr das Angebot.
„Die intensive Nutzung hinterließ Spuren. Trotz kontinuierlicher Instandhaltung kam es in den letzten Jahren im Untergeschoss zu erheblichen Feuchtigkeitsschäden, die sich inzwischen auch auf die darüberliegenden Räume ausgedehnt haben. Im Frühsommer 2024 legten Vereinsmitglieder in Eigenleistung die Kellerwände bis auf das Fundament frei. Dabei zeigte sich ein weit dramatischeres Schadensbild als zunächst befürchtet: Nur in wenigen Bereichen war das Mauerwerk beim Bau gegen Erdfeuchte isoliert worden. Die Folge: eine massive Durchfeuchtung der Bausubstanz. Vortrags-, Seminar- und Clubraum sowie das Tonstudio mussten vollständig entkernt werden. Fachfirmen veranschlagen die Gesamtkosten der Sanierung auf einen sechsstelligen Betrag“, fasst Mucha die Herausforderung zusammen, die sich beim Beginn der Sanierung ergab.



Um die Sternwarte zukunftsfähig zu erhalten und die Kosten zu reduzieren, entschloss sich der Verein, den Großteil der Arbeiten selbst zu übernehmen (wir berichteten). Neben der fachlichen Unterstützung durch einen Diplom-Bauingenieur und einen angehenden Betonbaumeister haben sich seit Beginn der Sanierung fast 50 Vereinsmitglieder eingebracht. Sie arbeiten regelmäßig in allen Bereichen der Baustelle, übernehmen Abbruch, Bau, Dämmung, Abdichtung und Wiederaufbau. Freitags, samstags, oft auch sonntags und unter der Woche wird in unzähligen Stunden gearbeitet. Viele Mitglieder investieren ihre Freizeit bis tief in die Nacht hinein, teilweise bis vier Uhr morgens. Diese enorme Eigenleistung spart dem Verein nicht nur erhebliche Kosten, sondern zeigt auch, wie stark die Sternwarte von ihrem ehrenamtlichen Engagement getragen wird.
Der ursprüngliche Plan die Sanierungen bis Ende 2024 abzuschließen, war aufgrund der Anforderungen nicht zu halten. Für die weiteren Arbeiten ist die finanzielle Unterstützung durch den Wirtschaftskreis Erkrath in Höhe von 16.000 Euro ist ein wesentlicher Baustein. Sie wird für die Anschaffung einer modernen Wärmepumpe eingesetzt, die künftig alle Räume des Observatoriums beheizt. Damit kann die bisherige Gasheizung, die über einen eigenen Tank betrieben wurde, vollständig abgebaut werden. „Auch eine Photovoltaikanlage soll noch folgen, um die Wärmepumpe umweltfreundlich und unabhängig zu betreiben“, so Max Mucha. Ein Schritt auf dem konsequenten Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit. Mit vereinten Kräften will der Verein das Observatorium so erhalten und modernisieren, dass es für die nächsten Jahrzehnte als Ort der Bildung, Forschung und Faszination am Himmel für Groß und Klein bestehen bleibt.
Die Sanierung ist ein Großprojekt für den Verein. Wer Hilfe anbieten oder Spenden möchte, kann sich per E-Mail an info@snh.nrw melden. Jede Unterstützung ist willkommen.
Trotz aller Modernisierungsbemühungen bleibt ein grundlegendes Problem bestehen: Das Observatorium ist bis heute nicht an das öffentliche Wassernetz angeschlossen. Für eine Bildungseinrichtung, die jährlich Tausende von Besuchern empfängt, ist dies ein unhaltbarer Zustand. Toiletten müssen mit gesammeltem Regenwasser gespült werden. Bei Trockenheit muss ein Wassertankwagen anfahren, um die Wasserversorgung sicherzustellen. Dieses Provisorium ist einer Stadt wie Erkrath, die stolz auf ihre kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen ist, unwürdig. Stadt und Stadtwerke sollten sich aufgerufen fühlen, diesen Missstand schnellstmöglich zu beheben und damit die Infrastruktur dieses bedeutenden außerschulischen Lernortes endlich auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen.

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