Ganz schöne viele TATORTE in Hochdahl

von Ria Garcia

Foto: Ria Garcia

Im Rahmen der neanderland TATORTE kann man auch heute noch vielen Künstlern über die Schulter schauen. Wir waren gestern für unsere Leser in Hochdahl unterwegs.

Projektraum, Ausstellungsraum, Außenbereich und Ateliers: Für die „Tatorte“ im KunsTHaus sollte man ein wenig Zeit mitbringen. Den Projektraum füllte die Druckergruppe, die Besuchern wieder Einblicke in die Kunst und verschiedenen Techniken des Druckens gab. Wir hatten im März schon einmal über die Techniken geschrieben. Während die Gruppe im Projektraum für Besucher bereit stand, waren Roswitha Müller-Krüger und Werner Rutz in der oberen Etage des KunsTHauses in ihrem Atelier anzutreffen, denn auch das, wie weitere, hatte an diesem Tag die Türen für Besucher geöffnet.

Im Atelier von Conny Schoenwald und Rainer Fröhlich muss letzterer den Tatort an diesem Wochenende alleine offen halten. „Conny ist verreist. Manchmal passen die Termine nicht übereinander“, verrät er, als wir das Atelier besuchen. Im Atelier von Claucia Cramer von Clausbruch wird Kunst zur „Verschlusssache“. Die Schmuckdesignerin arbeitet Ketten mit Verschlüssen, die allein schon zum Schmuckstück werden, eine besondere Art zu schließen haben oder eine besondere Form, wie etwa eine Note aufweisen. „Ich bin vom Sternzeichen Schütze und habe auch schon einen Verschluss in Form eines Bogens gearbeitet“, berichtet sie uns. Eine ihrer Handwerksmaschinen macht uns neugierig. Eine Ringbiegemaschine, wie wir erfahren. Mit der können Ringe sogar geweitet werden.

Während Claudia Cramer von Clausbruch Edelmetalle verarbeitet, hat Anne Konert ein Faible für andere Metalle und hat so in ihrem künstlerischen Schaffen einen ganz eigenen Stil geprägt. Gerade erst war eines ihrer Werke in der Ausstellung zum jurierten Wettbewerb Begegnung zu sehen. Auch Anna Owsiany-Masa ist während der neanderland TATORTE in ihrem Atelier anzutreffen, das fast so einladend, wie ein kleine Wohnzimmer wirkt. „Sie hat das schönste Atelier hier“, sagt einer ihrer Künstlerkollegen.

Für Anna Owsiany-Masa ist das Atelier der Ort, an dem sie zur Ruhe kommt und ihre Kreativität ausleben kann. Während sie in ihrem Atelier Besucher empfängt, belegt ihr Kunstkurs einen anderen Tatort, den Ausstellungsraum im KunsTHaus. Wenn sie über die Mitglieder des Kurses spricht, merkt man ihr an, dass sie stolz auf deren Entwicklung ist. Hat doch einer von ihnen, Steffen Krüll, sogar schon den Publikumspreis der Erk@Art gewonnen. Sie erzählt, wie sie Aufgaben für den Kurs auswählt und ihre Schüler anhält sich frei zu entfalten. Manchmal, wenn diese sich in eine gestellte Aufgabe nur langsam einfinden, setzt sie sich erst einmal selbst daran und probiert, um besser erklären zu können. Davon zeugt das Bild eines Huhns an der Wand. Vielen Kollegen dieses Huhns begegnen wir später noch im Ausstellungsraum. „Ich liebe Hühner“, gesteht sie lachend.

Im Atelier von Eva Pannée warten viele ihrer Fotos und Skulpturen auf Besucher. Einige der Skulpturen genießen Asyl, sind von Wolfgang Sendermann gestaltet worden. Wie etwa eine Hand, die so filigran aus einem Block gearbeitet wurde, dass sie wirkt, wie aufgesetzt. „Den Effekt hat er erreicht, in dem er den hinteren Teil des Blocks schwarz eingefärbt hat“, erzählt sie uns. Harmonisch ergänzen sich Sendermanns Arbeiten mit ihren eigenen. Während sie im Atelier ist, erlebt man ihn untern vor dem Ausstellungsraum so, wie man sich einen Bildhauer vorstellt: Mit Hammer und Meißel.

Im Ausstellungsraum sind Anna Owsiany-Masas Schüler aktiv und zeichnen Stillleben, während viele Bilder des Kurses die Wände schmücken. Darunter auch die zuvor erwähnten Hühner. Die hier entstehenden und auch die fertigen Werken an den Wänden erzählen von der Entwicklung der Kursmitglieder, die längst einen sehr eigenen Kunststil gefunden haben. Steffen Krüll, dessen Signet eine Katze ist, trägt das Markenzeichen auch auf dem T-Shirt.

Ein Abstecher zu Katy Schnee in die Schliemannstraße

Während das KunsTHaus voll verschiedener Künstler ist, trifft man Katy Schnee in der Schliemannstraße 44 in den Räumen von Parea. Hier hat sie viel Platz für die Ausstellung ihrer vielfältigen Werke. Das eine oder andere lässt sich unschwer als „Typischer Katy Schnee“ erkennen. Aber sie spielt gerne mit Farbe und Form, ist mal sehr abstrakt und mal ein wenig gegenständlich unterwegs. Da erinnert ein Bild an glühenden Stahl aus dem Hochofen, während ein anderes stille Blütenpracht vermittelt. Sowohl Katy Schnee in der Schliemannstraße, als auch die zahlreichen Künstler im KunsTHaus in der Dorfstraße öffnen auch heute noch einmal von 12 bis 17 Uhr ihre Türen für Besucher.

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