Erneut Mahnwache zum Hochwasserschutz

von Timo Kremerius

Hochwasser-Mahnwache vor dem Rathaus. Foto: Timo Kremerius

Es ist das vierte Jahr nach dem Hochwasser in Erkrath und die zweite Mahnwache zum Thema Hochwasserschutz, denn auch Sicht der Bürgerinitiative Hochwasser / Erkrath Nord ist immer noch zu wenig zum Schutz der Bürger geschehen.

Die zweite Mahnwache und sollte nachhaltig auf das immer noch bestehende Problem Überflutungsschutz hinweisen. Etwa zehn unentwegt aktive Mitglieder der Bürgerinitiative Hochwasser /Erkrath Nord und einige Kinder hatten sich zur Mahnwache vor dem Rathaus eingefunden. Obwohl in der Presse angekündigt, fanden an diesem Samstagmorgen nur wenige Bürger den Weg vors Rathaus, um sich der Mahnwache anzuschließen. Für die Sicherheit der Mahnwache war die Polizei vor Ort.

Über die Kritikpunkte der Bürgerintiative hatten wir in der Ankündigung der Mahnwache berichtet. „Aufgrund des rasant wechselnden Klimas sollte man auf der Hut sein und Vorsorgemaßnahmen ergreifen“, bekräftigte Thomas Scheurer von der Bürgerinitiative die Notwendigkeit Hochwasserschutzmaßnahmen umzusetzen. Scheurer sagte, er habe den Eindruck, dass sich auf Seiten der Politik und Verwaltung nicht viel bewegt.

Angedacht waren eine Retentionsfläche auf dem Gelände der ‚Alten Gärtnerei‘. Außerdem sollte geprüft werden, ob der Frauenhofer-Steinbruch im Neandertal als Retentionsfläche geeignet ist. Bisher lägen aber noch keine spruchreifen Ergebnisse vor. Thomas Scheurer erinnerte an eine Äußerung von Christoph Schultz 2023 in der Stadthalle. Der habe damals unter Zeugen in Bezug auf die Flutkatastrophe gesagt: “Das wird es in Erkrath nicht mehr geben“. Das bliebe auch zu hoffen, so Scheurer, nur sollte man aufgrund des wandelnden Klimas endlich aktiv werde.

In einem Gespräch mit Klaus Woite, auch Betroffener, dessen Keller 2021 bis fast unter die Decke auf 1.80 Meter anstieg und einem Schwimmbad glich, betonte dieser, dass die Versicherungen selbstverständlich kulant und unbürokratisch gezahlt hätten, dass es aber allen wichtiger wäre, wenn es keine Flutschäden mehr gebe. Auch Woite unterstützte die Ansichten der Bürgerinitiative in vollem Umfang.

Inzwischen waren auch Bürgermeister Christoph Schultz, Peter Knitsch und Marc Göckeritz von den Grünen zur Mahnwache erschienen. Von den Grünen waren auch Annerose Rohde und Monika Neumetzler vor Ort. Sympathische Geste, Göckeritz brachte den Mädchen, die die schweren Plakate hielten, Croissants mit. Aber in der Diskussion kamen sie mit den Mitgliedern der Mahnwache dann nicht in Einklang. „Bei umfangreichen Projekten, wie beispielsweise Hochwasserschutzmaßnahmen in Erkrath wird im Hintergrund, beispielsweise durch Grundlagenermittlung, Planungs- und Genehmigungsprozesse, intensiv gearbeitet, ohne dass die Fortschritte sofort ersichtlich sind.“

Desweitern besage die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Erkrath, dass Starkregenvorsorge und Hochwasserschutz im Klimaanpassungskonzept beachtet werden. In der gemeinsamen Erarbeitung einer Nachhaltigkeitsstrategie seien von der Steuerungsgruppe zunächst andere Schwerpunkte gesetzt worden. Aktionstage und Angebote einer kostenlosen Starkregenberatung sollen Tipps und Informationen zur Starkregenvorsorge und zum Hochwasserschutz weitergeben. Dadurch sollen die Bürger befähigt und ermutigt werden, präventive Maßnahmen umzusetzen. Denn ein effektiver Schutz vor Starkregen und Hochwasser könne nur im Zusammenspiel von öffentlichem und privatem Engagement gelingen.

Erfreulich ist zwar, dass die Stadt Erkrath Bürgerinnen und Bürger weiterhin über aktuelle Entwicklungen und Fortschritte im Zuge des Hochwasserschutzes informieren wird, für die Bürgerinitiative ist das aber weiterhin zu wenig. Nicht alle ihre Fragen konnten beantwortet werden. Es ist – sofern im kommenden Jahr nicht maßgeblich etwas in Sachen Hochwasserschutz passiert – nicht auszuschließen, dass sie auch im kommenden Jahr, dem Jahr fünf nach dem Hochwasser, wieder den Hochwasserschutz anmahnen. Bleibt zu hoffen, das Erkrath bis dahin von Ereignissen, wie im Sommer 2021 verschont bleibt.

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