Erkrather Karnevalsvereine wollen „grenzenlos vereint“ sein

Von Christian Zimmer

Zwischen den Präsidenten Hajo Fritsch (Die Letzten Hänger 1963 e.V.) und Udo Wolffram (Große Erkrather Karnevalsgesellschaft e.V. 1994) stehen das designierte Prinzenpaar 2026/27 André I. (Kowalczyk) und Nicky I. (Nicole Eyckerman-Kölln) sowie das designierte Kinderprinzenpaar 2026/27 Fabian I. (Rockel) und Mayla I. (Zarnekow). Foto: Christian Zimmer

Am vergangenen Samstag stellten die Karnevalsvereine das neue Karnevalsmotto sowie das neue städtische Prinzenpaar und städtische Kinderprinzenpaar vor.

Dafür hatten sich viele Mitglieder aus den Karnevalsvereinen am Toni-Turek-Stadion eingefunden. Das Motto für die kommende Session lautet „Karneval – Grenzenlos vereint“. Wem das bekannt vorkommt: Das Motto wurde von Düsseldorf übernommen. Wie die Präsidenten der ‚Die Letzten Hänger‘ und ‚Große Erkrather Karnevalsgesellschaft‘ erklärten, habe das Comitee Düsseldorfer Carneval die Nachbarstädte angefragt, ob sie das Motto nicht übernehmen wollten. „Die Entscheidung hat fünf Minuten gedauert“, erzählte Udo Wollfram. Das gemeinsame Motto-Plakat trägt nun neben der Logos der Letzten Hänger und Großen Erkrather auch das Logo der Düssel-Garde.

Hakuna Matata

Als das neue Kinderprinzenpaar vorgestellt wurde, standen die Kinder und Jugendlichen der ‚Großen Erkrather Karnevalsgesellschaft‘ Spalier, während das Lied „Hakuna Matata“ aus dem ‚König der Löwen‘ gespielt wurde. Fabian I. (Rockel) und Mayla I. (Zarnekow) von der ‚Großen Erkrather Karnevalsgesellschaft‘ sind das städtische Kinderprinzenpaar im kommenden Jahr, sie engagieren sich bereits seit Jahren im Verein.

„Uns ist wichtig, dass alle Kinder miteinander feiern können, egal, ob mit oder ohne Handicap“, ließ Fabian das Publikum wissen. Mit Offenheit und Toleranz würde man das auch erreichen, ergänzte Mayla. Ihr Motto „Hakuna Matata“, ein afrikanischer Spruch für etwa „Es gibt keine Probleme/Schwierigkeiten“, wäre auch eine Ergänzung zu dem Düsseldorfer Motto.

Spalier stehen für das designierte Kinderprinzenpaar. Foto: Christian Zimmer

Zur Vorstellung des erwachsenen Prinzenpaars wurde „The Final Countdown“ eingespielt, ehe der Prinzenführer Hartmut Forchert zusammen mit Ex-Prinz und Terminkoordinator Franz Caron die Crew und schließlich das Prinzenpaar vorstellte. Anlässlich ihres Jubiläums (die ‚Große Erkrather‘ feiert 3×11 Jahre) haben die ‚Letzten Hänger‘ der ‚Großen Erkrather‘ das Geschenk gemacht, dass sie das Prinzenpaar in diesem Jahr stellen dürfen.

Ein Prinzenpaar für alle Vereine

Das designierte Prinzenpaar André I. und Nicky I. (Mitte) mit Adjutant Max und Hofdama Patricia. Foto: Christian Zimmer

Prinz André I. ist André Kowalczyk, Vermögensberater und seit einem Jahr 1. Vorsitzender bei der Großen Erkrather, der ankündigte, dass seine Vorstandskollegen in der kommenden Session etwas mehr Arbeit hätten. Prinzessin Nicky I. ist Fahrlehrerin und Fahrschulinhaberin Nicole Eyckerman-Kölln.

André Kowalczyk meinte: „Wir sind das jüngste Prinzenpaar ever!“ Nicole Eyckerman-Kölln ergänzte: „Wir stehen für volle Energie!“ In der gemeinsamen Rede dankten sie ihrer Crew vorab für Unterstützung und dem Vorstand der Letzten Hänger, dass die Wahl auf sie gefallen sei. „Karneval ist Menschen verbinden“, sagten sie und stellten klar: „Wir sind das Prinzenpaar für alle Vereine, für alle Generationen.“

Am Rande der Veranstaltung stellten auch ‚Die Letzten Hänger‘ noch eine Neuigkeit vor: Sie haben mit Beate Klünder nun eine Jugendleiterin und bereits eine Tanzmarie und einen Tanzmajor. Das OC Danceteam soll aber zusätzlich für die ‚Letzten Hänger‘ auftreten.

Die Düssel-Garde will wieder ein Vereins-Kinderprinzenpaar stellen, welches beim ‚Karneval im Sommer‘ am 5. September im Donkey Club vorgestellt wird. Zusammen mit dem städtischen Prinzenpaar wird es am 14. November im Rahmen der Gala-Sitzung der ‚Die Letzten Hänger‘ und der Düssel-Garde in der Stadthalle gekürt, am 21. November folgt die Kürung des städtischen Kinderprinzenpaars auf dem Ordensfest der ‚Großen Erkrather Karnevalsgesellschaft‘ im Foyer der Realschule an der Karlstraße.

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Kommentar: Anspruch und Wirklichkeit liegen noch auseinander
Erst neulich habe ich von jemandem außerhalb der Vereine gehört, dass sich die Karnevalsvereine in Erkrath „alle nicht grün“ seien. Trotz anderer Beteuerungen schon seit Jahren, gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen den nun drei Vereinen schwierig. Selbst bei der Vorstellung von Motto und Prinzenpaar waren nur zwei der drei Karnevalsvereine richtig vertreten. Wie man hinter vorgehaltener Hand hört, sollen auch nur zwei Vereine das Motto ausgewählt und dem dritten Verein lediglich als bereits festgelegt präsentiert haben. Es dürfte noch viel Arbeit sein, bis die drei Karnevalsvereine wirklich auf gleicher Augenhöhe zusammenarbeiten und damit „grenzenlos vereint“ sind. Dabei sollte jedem klar sein, dass ein Miteinander immer besser als ein Gegeneinander ist.

Transparenz-Hinweis: Der Autor ist Mitglied im Verein ‚Die Letzten Hänger‘. Wir veröffentlichen dies, um möglichen Interessenskonflikten entgegenzuwirken.

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