Erkrath setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Stadt Erkrath

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen und Mädchen versammelten sich auf Einladung der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Annegret Pollmann zahlreiche Erkrather Bürgerinnen und Bürger vor der Orangenen Bank mit der Aufschrift „Erkrath sagt NEIN zu häuslicher Gewalt“. Foto: © Stadt Erkrath

Dutzende Personen versammeln sich am Orange Day

Anlässlich des „Orange Days“, dem internationalen Gedenk- und Aktionstag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, versammelten sich auf Einladung der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Annegret Pollmann dutzende Personen an der Orangenen Bank mit der Aufschrift „Erkrath sagt NEIN zu häuslicher Gewalt“ vor dem Verwaltungsgebäude Kaiserhof in Alt-Erkrath. Gemeinsam mit Bürgermeister Christoph Schultz, den stellvertretenden Bürgermeisterinnen Annette Kirchhoff und Lena Hemp, den städtischen Beigeordneten, einigen Vertreterinnen und Vertretern der lokalen Politik, des SKFM Mettmann e.V. sowie weiterer Institutionen setzten die Teilnehmenden unter dem Motto „Orange the World“ ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.

Seit 1981 setzen sich regelmäßig zum Aktionstag am 25.11. diverse Vereine, Initiativen und Menschenrechtsorganisationen, aus der ganzen Welt für den Schutz von Frauen und Mädchen ein. Dass dies auch mehr als 40 Jahre später nötig ist, zeigen die aktuellen Zahlen des Bundeskriminalamtes, die Annegret Pollmann in ihrer Ansprache zu Beginn der Versammlung verlas. 2024 wurden bundesweit rund 265.900 Fälle häuslicher Gewalt gemeldet, in mehr als 70 Prozent dieser Fälle waren die Opfer weiblich. Im Bereich der Partnerschaftsgewalt gab es 171.069 Opfer, darunter etwa 80 Prozent Frauen. Nach Einschätzung des BKA und unabhängiger Fachleute soll die tatsächliche Zahl der Betroffenen um ein Vielfaches höher sein. Denn ein Großteil der Straftaten, insbesondere im Umfeld der Familie, wird in der Regel gar nicht erst zur Anzeige gebracht. Im Kreis Mettmann gab es im vergangenen Jahr 806 gemeldete Fälle häuslicher Gewalt, allein 57 Fälle in Erkrath.

„Es ist skandalös, dass Frauen und Mädchen regelmäßig angefeindet, mit Gewalt bedroht, verletzt oder sogar umgebracht werden. Das kann und darf unsere Gesellschaft nicht tolerieren“, mahnt die städtische Gleichstellungsbeauftragte und hofft, dass das seit Februar 2025 geltende Gewalthilfegesetz aktiv dazu beiträgt, weibliche Personen besser zu schützen. Um die bereits vorhandenen Hilfsangebote im Kreis Mettmann noch bekannter zu machen, findet auch in diesem Jahr wieder die Brötchentütenaktion statt. Unter dem Motto „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ sind auf insgesamt mehr als 131.000 Papiertüten die wichtigsten Kontaktdaten der regionalen Hilfsangebote aufgedruckt. Sie werden kreisweit unter anderem von Bäckereien oder Apotheken ausgegeben. Bürgermeister Christoph Schultz ermutigt Betroffene, die vorhandenen Angebote zu nutzen: „Sich Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist keine Schande und auch kein persönliches Versagen, sondern der erste Schritt in Richtung Sicherheit“.

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