Elena Szuczies verzaubert Mettmann an der Orgel

von Timo Kremerius

Die Orgel in St. Lambertus. Foto: Timo Kremerius

Ein musikalisches Ausnahmetalent kehrte zu den Wurzeln zurück: Die gebürtige Düsseldorferin und in Erkrath aufgewachsene Elena Szuczies eröffnete am 21. Februar die Marktkonzerte 2026 in St. Lambertus.

Es war ein Heimspiel der besonderen Art. Elena Szuczies, die seit 2022 als erste Frau den Mädchenchor der weltberühmten Regensburger Domspatzen aufbauen darf, bewies an der Orgel von St. Lambertus, dass sie nicht nur eine begnadete Dirigentin, sondern auch eine Virtuosin an den Tasten ist.

Stolz auf ein „Eigengewächs“

Besonders für Regionalkantor Matthias Röttger war dieser Vormittag ein Highlight. Er hat die Tradition der Marktkonzerte bereits 1995 ins Leben gerufen und setzt in diesem Jahr bewusst auf ehemalige Schülerinnen und Schüler, die inzwischen als gestandene Profis Karriere machen. Dass „seine“ Elena nun in Regensburg Pionierarbeit leistet, ist eine Erfolgsgeschichte, die auch in ihrer Heimat Erkrath mit großer Bewunderung verfolgt wird. Auch wenn ein Gastspiel ihres kompletten Regensburger Chores den finanziellen Rahmen gesprengt hätte, so brachte sie doch den Glanz und die künstlerische Präzision dieser Elite-Institution allein durch ihr Orgelspiel nach Mettmann.

Akribische Vorbereitung im Elternhaus

Wie ernst die Musikerin ihr solistisches Gastspiel nahm, zeigte sich in der Vorbereitung: Bereits eine Woche zuvor reiste sie in ihr Elternhaus nach Hochdahl. Dort, an der heimischen Orgel, feilte sie an der Registrierung und Technik, um für das Mettmanner Publikum das Maximum aus der Königin der Instrumente herauszuholen.

Das anspruchsvolle Programm bot eine Reise durch die Musikgeschichte:

  • Barocke Meisterschaft: Dietrich Buxtehude (Passacaglia in d) und J.S. Bach (Dorische Toccata).
  • Romantische Tiefe: Felix Mendelssohn-Bartholdys 3. Orgelsonate op. 65 in A.Dur
  • Französischer Glanz: Léon Boellmanns berühmte „Suite gothique“.

Ein Erlebnis für die Seele

Die Intensität des Spiels war in St. Lambertus förmlich greifbar. In einem Gespräch bestätigte Szuczies, dass die Wucht einiger Passagen bewusst darauf ausgelegt war, die Zuhörer emotional zu packen – ein Effekt, der durch das massive Volumen der Orgel in der voll besetzten Kirche noch verstärkt wurde. Viele Besucher, auch jene ohne tiefere Orgel-Erfahrung, zeigten sich tief bewegt. Die Zuhörer saßen in den Bänken, schlossen die Augen und genossen diesen Moment der geistlichen und musikalischen Einkehr.

Elena Szuczies hat gezeigt, dass sie ihre Wurzeln nicht vergessen hat. Sie hat mit ihrem Konzert an der Orgel in St. Lambertus die Zuhörer im Kreis Mettmann an ihrer musikalischen Entwicklung und ihrem virtuosen Können teilhaben lassen.

Eben noch an der Orgel machte sich Dirigentin Elena Szuczies nach dem Konzert in St. Lambertus schon wieder auf den Weg in ihre berufliche Wahlheimat Regensburg. Foto: Timo Kremerius

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