
Das neue Programm für das Planetarium Hochdahl, das Observatorium und das snh Schulungszentrum ist da und das ist umfangreich und vielseitig.
Das Planetarium hat bis zum Januar 2026 wieder ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. In kleiner Runde präsentierten Magdalena Kapela, Maximilian Mucha, Stefan Ueberschaer und Dr. Matthias Kolb das Programm des snh. Passend zum Programmstart wurde übrigens die Bushaltestelle „Erkrath, Bürgerhaus“ zum 28. August 2025 in „Bürgerhaus / Planetarium“ umbenannt. Das sorgt für mehr Sichtbarkeit. Nicht Ortskundige finden in der Fahrplanauskunft für den ÖPNV nun leichter den Weg zum Planetarium.
Gleich am 7. September (Sonntag) lädt ein besonderes Schauspiel am Himmel dazu ein das Planetarium zu besuchen, denn dann gibt es eine totale Mondfinsternis. Im Planetarium findet um 17 Uhr und um 18:30 Uhr jeweils eine einstündige, live moderierte Einführung statt die den Mechanismus hinter dem Finsternis Phänom erkundet. Um 20 Uhr gibt es dann im Observatorium die kostenlose Möglichkeit zur gemeinsamen Beobachtung des bereits um diese Uhrzeit verdunkelt aufgehenden Vollmondes.
Neben den Sternen spielt auch Musik eine Rolle im Planetarium. Pink Floyd Fans dürfen sich freuen. Die Jubiläumsproduktion von „Dark Side oft he Moon“ für Planetarien, die seit August 2023 im Programm ist und eigentlich nur kurze Zeit gezeigt werden sollte läuft noch bis Ende 2025 und kann wahrscheinlich auch noch einmal bis Ende 2026 verlängert werden. Ein weiteres Highlight im neuen Programm wird „Stars of Classic“ sein, eine Zeitreise mit klassischer Musik vom Beginn des Universums bis in die Zukunft. Wir konnten einen 10-minütigen Ausschnitt sehen, den wir spektakulär fanden. Außerdem startet mit ECHOSPHERE – I eine neue Konzertreihe im Planetarium. Natürlich inhaltlich der sphärischen Kraft und elektronischer Musik gewidmet. Martin Stürtzer, einer der führenden Köpfe der deutschen Ambient-Szene macht den Auftakt. Stürtzers Live-Performance entfaltet eine hypnotische Klanglandschaft, die das Planetarium in ein akustisches Universum verwandelt.
All diese Veranstaltungen sind im Programm unter „Stellarium Spezial“ zu finden. Auf eine besondere dürfen sich Besucher am 15. November 2025 freuen. Dann gibt es die Premierenlesung von „PAIN“. Gemeinsam mit Voice Artist Volker Biock sorgt die Psychothriller-Autorin Anna Baron für einen Abend voller Spannung und Humor. Visuell unterstützt, sorgt die tiefe Stimme Volker Biocks für garantierte Gänsehautmomente, wenn er aus dem aktuellen Werk von Anna Baron liest. Anna Baron bettet die gelesenen Texte in Anekdoten aus ihrem Schriftstellerinnenleben ein. Weitere Veranstaltung sind „Nikolaus unter den Sternen“ am 6. Dezember von 18.30 Uhr bis 19.30 Uhr oder das Silvester Spezial am 31. Dezember 2025 von 17 Uhr bis 18.30 Uhr oder von 19 Uhr bis 20.30 Uhr.
Wer einfach mal Schnupppern möchte und sich gerne überraschen lässt, dem sei die „Kosmische Wundertüte“ an jedem ersten Freitag im Monat zum Sonderpreis von 5 Euro empfohlen. Für alle die, die Überraschungen weniger lieben, gibt es dann noch die „Entdeckungsreisen„.
Vorträge im Planetarium
Für den astronomischen Wissendurst gibt es auch in diesem Programm wieder vier Vorträge. Am 23. Oktober 2025 um 20 Uhr erläutert Cyrill Gap vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg den Besuchern die Beobachtungsmethoden, mit denen die Entstehungsgeschichte und Entwicklung von Exoplaneten nachvollzogen werden kann. Er berichtet über den aktuellen Stand der Forschung, vor allem seit dem Start des Weltraumteleskops James Webb (JWST) im Jahr 2021. Besondere Aufmerksamkeit widmet er dabei dem Exoplaneten WASP-121b, einem der am besten untersuchten Planeten außerhalb des Sonnensystems mit erstaunlichem Klima und dynamischer Vergangenheit, widmen. | WASP-121b: Ein Planet, dessen ereignisreiche Jugend Spuren hinterließ
Prof. Dr. Hendrik Hildebrandt vom Astronomischen Institut der Ruhr-Universität Bochum widmet sich am 27. November 2025 um 20 Uhr der Frage: „Was ist die Ursache für die beschleunigte Expansion des Universums?“ Es ist eines der größten Rätsel der Physik des 21. Jahrhunderts. Die Annahme geht von dunkler Energie aus, um das Verhalten zu beschreiben. Aber dazu fehlen fundamentale physikalische Beschreibungen dieser ‚mysteriösen Substanz‘. Vor zwei Jahren startete Euclid. Werden bald Fragen über das Wesen der dunklen Energie beantwortet oder wird das kosmologische Standardmodell über den Haufen geworfen. | Euclid – unser kosmologisches Weitwinkelobjektiv im Weltall
Um die hochgenaue Vermessung des Himmels mittels Gaia geht es im Vortrag von Prof. Dr. Stefan Jordan (Astronomisches Rechen-Institut, Universität Heidelberg) am 11. Dezember 2025 um 20 Uhr. Prof. Jordan ist seit 2004 an der Gaia-Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), die im Dezember 2013 mit dem Ziel, unter anderem eine dreidimensionale Karte unserer Milchstraße zu erstellen startete, beteiligt. | Gaia: Zehn Jahre hochgenaue Vermessung des Himmels
Den Abschluss bildet am 15. Januar 2026 um 20 Uhr der Vortrag von Dr. David Werner (Institut für Kernphysik, Universität zu Köln). Er gibt Einblicke in die nukleare Astrophysik und widmet sich den Fragen: Wie entstehen die chemischen Elemente, aus denen Sterne, Planeten und auch wir selbst bestehen? Welche Elemente existieren bereits seit kurz nach dem Urknall und wie lassen sich die Fusionsprozesse leichter Atomkerne im Inneren von Sternen erforschen? Woher stammen schwerere Elemente wie Eisen, Gold oder Uran – und wie können Forschende auf der Erde Informationen über die komplexen Prozesse während einer Supernova gewinnen? Außerdem gewährt er den Besuchern einen Ausblick auf die moderne Multi-Messenger-Astronomie. | Der Ursprung der Elemente – Einblicke in die nukleare Astrophysik
Neues vom Observatorium
Noch ist die Sanierung des Observatoriums nicht abgeschlossen. Wir berichteten bereits im August 2024 über die umfangreichen Arbeiten. „Die Arbeiten schreiten gut voran“, berichtet Dipl. Bauingenieur Stefan Ueberschaer (2. Vorsitzender), der ein wenig ‚die Zügel in der Hand hält‘, über den Stand der Sanierung. Möglich sei das alles dank tatkräftiger Unterstützung der Mitglieder, Erkrather Bau- und Handwerkerunternehmen (Handwerkerkreis Erkrath), dem Wirtschaftskreis Erkrath und der Stadt Erkrath. Dank der großzügiger Unterstützung mehrerer Sponsoren konnten bereits weite Bereiche energetisch saniert werden. Eine Wärmepumpe wird künftig die alte Gasheizung ersetzen. In den nächsten Wochen werden die Arbeiten der Außensanierung abgeschlossen werden. „Auch die Innensanierung unseres Vortragsraums, des Seminarraums und unseres Clubraum schreiten stetig voran“, erklärt Vorsitzender Max Mucha.
Bei den Sanierungsarbeiten am Observatorium gibt es ebenfalls wichtige Fortschritte zu berichten: Dank großzügiger Unterstützung durch mehrere Sponsoren konnten bereits weite Bereiche energetisch saniert und die alte Gasheizung kann durch eine nachhaltige Wärmepumpe ersetzt werden. In diesem Jahr werden die Kellerwände, der Vortrags- und Seminarraum sowie das Tonstudiosaniert. Ohne die unermüdliche Hilfe vieler Mitglieder seit Anfang 2024 wäre dieses große Unterfangen nicht möglich gewesen.
Himmelsbeobachtungen oder die Jugendfreizeiten Abenteuer Astronomie „Der Club“ sind natürlich auch während der Sanierung möglich. Auch das Erweitungsangebot zu „Der Club“, Astronomische Beobachtungen, findet im Observatorium statt.
Kurse und Arbeitsgruppen im snh Schulungszentrum
Weitere Jugendfreizeiten finden im snh Schulungszentrum Hildener Straße statt. Wie beispielsweise der „computer club – reloaded“, in dem gehackt und getüftelt wird. Bei Austauch über aktuelle Themen wird programmiert und an Computern und Servern herumgeschraubt. Außerdem gibt es den „Einstieg in die Welt der Elektronik“, „Löten ohne Limit“ und den „Jufo Club“ (Jugend forscht).
Lust auf Amateurfunken und Kommunikation über Landesgrenzen? Dann ist vielleicht der Kurs „Hochfrequenz-Führerschein“ Vorbereitung auf Amateurfunk-Prüfung Klasse N das Richtige. Das Weltall lässt sich mittlerweile auch über das Internet über Live-Streams und mittels verschiedener Astronomie Apps erkunden. Wie, das zeigt der Kurs „Das Weltall mit Live-Streams und Apps entdecken“.
Auch die Teleskopsprechstunde und ein Kurs, in dem man den Umgang mit einem neuen Teleskop trainieren kann, sind im Programm enthalten. Mit dabei ist auch eine neue Kurs-Serie „Einstieg in die Astrofotografie“ und für neu Interessierte gibt es wieder die Modulreihe „Einführung in die Himmelskunde„, von der die Module auch einzeln belegt werden können.
Und dann warten natürlich noch die Arbeitsgruppen auf interessierte Mitwirkende. Zum Beispiel zum Thema „Planeten und Sonnensystem Fotografie“, in der es darum geht Aufnahmen von Mond, Planeten und Sonne zu verbessern und den eigenen Workflow zu optimieren. Eine Arbeitsgemeinschaft Astronomie richtet sich vor allem, aber nicht nur, an Senioren. Aus der Beschreibung der AG: „Innerhalb der AG werden verschiedenste Themen aus der Astronomie besprochen. Aus vorab ausgesuchten Themenbereichen finden AG-Mitglieder ein Thema, über das sie den übrigen Teilnehmern berichten. Fragen und Diskussionsbeiträge der Zuhörer sind die Nahrung für lehrreiche und unterhaltsame Abende.“
Weitere Kurse und Arbeitsgemeinschaften finden sich auf der Homepage des snh und im kompletten Programm, dass als PDF zum Download angeboten wird.

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