Ein fester Platz für die Kunst in Alt-Erkrath

Foto: Herbert Kroell

Die Galerie Kiek ma rin hat sich in Alt-Erkrath zu einem kulturellen Leuchtturm entwickelt. Am vergangenen Freitag feierte die Galerie ihren zweiten Geburtstag.

Im März 2024 startete die Galerie mit viel Herzblut und klaren Visionen. „Natürlich gehörte auch eine Portion Mut dazu“, so Lothar Kniep von der Art Group Erkrath. Inzwischen sind zwei Jahre ins Land gegangen und Kiek ma rin feiert den zweiten Geburtstag mit der 14. Vernissage. Der Ausstellungstitel beinhaltet den Anlass „2 Jahre Kiek ma rin – ein Grund zu feiern“. Die Galerie war schon zum Start um 17 Uhr proppenvoll.

Neben dem zur Art Group Erkrath gehörenden festen Künstlerstamm wurden auch wieder Gastkünstler eingeladen. In einer empathischen Laudatio begrüßte Lothar Kniep die Gäste und ließ die letzten zwei Jahr Revue passieren. „Heute feiern wir nicht nur Geburtstag. Heute feiern wir Erfolg. Heute feiern wir Gemeinschaft. Heute feiern wir Kunst“. In einem Rückblick rief er die Aktivitäten der letzten zwei Jahre noch einmal in Erinnerung. Unter anderem die Ausstellung mit den Kindern der Grundschule Erkrath, den Auftritt der Hoppedötze der großen Erkrather KG mit dem Einmarsch in die Galerie, die große Kunstverlosung zugunsten der zerstörten Schulen in Erkrath und den fröhlichen Flashmob der Ukulele-Gruppe, der die Galerie zum Klingen brachte. Nicht zu vergessen die vielen Sonderführungen für Erkrather Gruppen, bei denen Kunst ganz persönlich vermittelt wurde.

Nach dem Eintauchen in die Geschichte der Art Group Erkrath stellte Lothar Kniep dann die neuen Gastkünstler vor:

  • Ingrid Benabbas wurde von der rauen Natur des Nordens inspirierte die sie in die faszinierende Welt der 3D-Fotografie führte. Durch den gezielten Einsatz von Neonfarben, UV-Licht und ChromaDepth-Brillen entstehen visuelle Erlebnisse, bei denen Farbe und Raum zu einer außergewöhnlichen, plastischen Dimension verschmelzen.
  • Marion Waters | Erkrath Für Marion Waters ist Malerei Leidenschaft – die Möglichkeit, mit der Realität zu spielen und eigene Bildwelten zu erschaffen.
  • Angelika Lorenz In ihren Bildern geht es um Atmosphäre und die emotionale Tiefe sie tragen eine klare, emotionale Handschrift – kraftvoll, authentisch und unmittelbar spürbar.
  • Michael Bauer-Brandes Er ist in Solingen als Künstler und Schmied tätig.  Sein bevorzugtes Material ist Stahl. Häufig kombiniert er Metall mit Naturmaterialien wie Stein oder Holz. So entstehen Kunstobjekte, die Kraft und Leichtigkeit, Stabilität und Anmut miteinander verbinden.
  • Michael Slatosch „Der Nervenkitzel, mich an illegalen Stellen wie Häuserwänden oder S-Bahn-Zügen zu verewigen, war damals schon nichts für mich“, erzählt Michael Slatosch im Gespräch.  Ganz aktuell, Michael war der Gestalter des schönsten Karnevalswagens hier in Erkrath.
  • Silke Lahnstein Silke Lahnstein aus Erkrath ist für ihre experimentellen Maltechniken bekannt. Sie arbeitet sowohl mit Acryl auf Leinwand, Pappe oder Vollkarton und Kombinationen aus handelsüblichen Lacken und Acrylfarben.
  • Sigrid Breitkreuz Sigrid Breitkreuz ist Malerin und arbeitet abstrakt in unterschiedlichsten Techniken. Ihre Werke entstehen auf vielfältigen Malgründen – auf Leinwand ebenso wie auf Malkarton.
  •  Georg Zastrau Georg Zastrau erhielt bereits in Schul- und Studienzeiten eine künstlerische Ausbildung im Zeichnen, Malen, plastischen Gestalten und in der Radierung. Er schuf detailreiche Papier-Miniaturen von Burgen und Schlössern. Später entstanden Gemälde und Objekte aus Alltagsmotiven – geheimnisvoll, märchenhaft und mit subtilem Humor.
  • Dr. Sigrid Zink Dr. Sigrid Zink arbeitet in einer expressiven, pastosen Malweise, die durch ihre unmittelbare und kraftvolle Ausstrahlung besticht. Farbe wird bei ihr nicht nur mit dem Pinsel aufgetragen – häufig entstehen ihre Werke direkt mit den Händen oder in dynamischer Spachteltechnik.
Chor Mixtour. Foto: Herbert Kröll / Art Group Erkrath

Foto: Herbert Kröll

Nach der Ansprache von Lothar Kniep hatte der Chor Mixtour der Evangelisches Kirchgemeinde Erkrath einen Auftritt, den Kniep als Überraschung im Koffer hatte. So ging es dann mit der musikalischen Grundlage zum Buffet, welches eröffnet wurde und bei jeder Vernissage obligatorisch ist.

Die Galerie Kiek ma rin hat in den vergangenen zwei Jahren mehr als 10.000 Besucher begrüßt. Über 85 Gastkünstlerinnen und Gastkünstler aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland, haben ihre oft überraschenden und innovativen Arbeiten in der Galerie präsentiert. Die Bedeutung der Galerie besteht weit über die Stadtgrenzen hinaus. Dass die Galerie längst mehr als ein Geheimtipp ist, beweisen nicht nur die nackten Zahlen, sondern vor allem die Stimmen der Besucher. „Wenn es die Galerie nicht geben würde, wäre Erkrath um eine Attraktion ärmer“, resümierte etwa Besucherin Tina S. treffend.

Auch für Günter Zimmer ist die Institution ein unverzichtbarer Teil der Stadtidentität geworden. Als 10.000. Besucher der Galerie betonte er: „Diese Galerie ist aus Erkrath nicht mehr wegzudenken und würde fehlen.“ Nach zwei erfolgreichen Jahren steht fest: Die Galerie Kiek ma rin ist gekommen, um zu bleiben – als ein Ort, der Kunst nahbar macht und Menschen verbindet.

Über die Schulter geschaut

So richtig nahbar war die Kunst dann am Samstag, denn auch für den hatte sich die Art Group Erkrath anlässlich des Geburtstags noch etwas einfallen lassen. Einige Künstler boten live Vorführungen, bei denen die Besucher den Kreativen über die Schulter schauen konnten. „An diesem Wochenende hatten wir rund 300 Besucher“, zeigte sich Lothar Kniep sehr zufrieden.

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