Die Linke bringt Gesamtschule ins Spiel

Fraktion DIE LINKE Erkrath

Foto: Ria Garcia

„Über 100 Millionen Euro verpflichten zur Prüfung von Alternativen“

Der geplante Neubau des Gymnasiums und der Realschule an der Rankestraße wird nach aktuellen Einschätzungen mehr als 100 Millionen Euro kosten. Vor diesem Hintergrund fordert die Fraktion Die Linke im Rat der Stadt Erkrath, vor einer endgültigen Entscheidung die Option einer Gesamtschule ernsthaft zu prüfen.

Aus Sicht der Linken ist die Dimension des Projekts Anlass, alle finanziell und organisatorisch sinnvollen Alternativen ergebnisoffen zu betrachten. „Wenn die Stadt Investitionen in dieser Größenordnung plant, ist es ihre Pflicht, nach der wirtschaftlichsten Lösung zu suchen“, erklärt Daniela Bilobrk, schulpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke.

Die Linke verweist auf Erfahrungen aus anderen Kommunen. So wurde die Gesamtschule Velbert für rund 84 Millionen Euro realisiert und bietet Platz für etwa 1.300 Schülerinnen und Schüler in einem hochmodernen Gebäude. Nach bisherigen Einschätzungen und eigenen Berechnungen könnte eine Gesamtschule in Erkrath im zweistelligen Millionenbetrag günstiger sein als der Bau zweier getrennt geführter Schulen.

Neben den Baukosten spielen auch die dauerhaften Betriebskosten eine zentrale Rolle. Zwei eigenständige Schulgebäude erfordern doppelte Verwaltungsstrukturen, getrennte Technik, mehrere Mensen und einen höheren Unterhaltungsaufwand. Eine Gesamtschule ermögliche hier deutliche Synergieeffekte und langfristige Einsparungen.

Hinzu kommen indirekte Kosten, die bislang kaum in den Blick genommen würden. Da es in Erkrath keine Gesamtschule gibt, pendeln viele Schülerinnen und Schüler täglich in Nachbarstädte. Diese Auspendelbewegungen verursachen laufende Schülerfahrkosten, die bei einem eigenen Angebot reduziert oder vermieden werden könnten.

Die Linke erinnert daran, dass der Widerstand konservativer Parteien gegen eine Gesamtschule in Erkrath über Jahre hinweg ideologisch geprägt war. Angesichts der aktuellen Haushaltslage und der außergewöhnlichen Investitionssumme sei es jedoch geboten, frühere Positionen sachlich neu zu bewerten.

„Niemand stellt den Neubau infrage“, so Bilobrk. „Aber bei über 100 Millionen Euro müssen Kosten, Betrieb und langfristige Folgewirkungen im Mittelpunkt stehen – nicht alte schulpolitische Gräben.“

Da ein Totalunternehmer erst 2027 beauftragt werden soll, sieht Die Linke ausreichend Zeit, die Planungen um eine Variante – Gesamtschule – zu ergänzen und auf dieser Grundlage den Elternwillen verbindlich zu ermitteln.

Zur kompletten Stellungnahme: https://www.dielinke-erkrath.de/gesamtschule-vor-neubau-pruefen/

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