
In Erkrath wurde vergangenen Samstag in den Karneval gestartet. Die Hoppeditze kritisierten marode Schulen und wollen Erkrath zum Olympia-Austragungsort machen.
Zum Einzug wurden die Hoppeditze von den Tanzgarden Hoppedötze der Großen Erkrather KG sowie dem OC Danceteam der Letzten Hänger begleitet. In ihrer rund 15-minütigen Rede gingen Hoppeditz Sven und Jugendhoppeditzin Raya auf verschiedene Themen ein. Neben Ausflügen zu Donald Trump, „Klein-Wladimir“ oder Versprechen von Friedrich Merz zum Bürokratie-Abbau gab es auch Glückwünsche an Christoph Schultz zur Wiederwahl als Bürgermeister.
Doch das heißt nicht, dass der Bürgermeister gut weg kam: Der Schulbrand in Hochdahl, die marode Johannesschule – „Liebe Stadtverwaltung, was uns nicht gefällt / dass hier die Infrastruktur komplett zerfällt!“, musste sich der Chef eben jener Stadtverwaltung anhören. Auch die lange Zeit von der Entscheidung der Politik bis zum tatsächlichen Bau der neuen Feuerwache – immerhin 12 Jahre – kritisierten die Hoppeditze, zudem, dass diese lange Zeit auch die Kosten in die Höhe steigen gelassen habe.
Auch Angriffe auf Einsatzkräfte verurteilten die Hoppeditze – sagten aber auch: Das Stadtbild ist „bunt wie der Karneval“. Da in Erkrath einige Sportvereine große Erfolge bei Meisterschaften feiern, regten die Hoppeditze an: Erkrath solle Olympia-Austragungsort werden. 15 Jahre Bürgerbus – da soll sich der Bürgermeister doch einmal selbst an das Steuer setzen, fanden die Hoppeditze.


Schultz antwortet
Bürgermeister Schultz durfte auf die Rede antworten – und hielt sich deutlich kürzer, parierte aber gekonnt die Kritik: So habe man für die Bauprojekte mehr Personal eingestellt, doch es fehle das Geld. „Wie sollen wir denn feiern und fröhlich sein, / wenn hier kaum mehr steht Stein auf Stein?“, fragte er gerichtet an Land und Bund.
„Kommt mir jetzt bloß nicht mit neuen Kostenfragen. / Das Leben in der alten Wache war nicht zu ertragen“, warb Schultz und hob auch die neuen Schulbauten wie das Schulzentrum Sandheide und die neue Turnhalle am Gymnasium hervor. „Der große Traum von den Olympischen Spielen / gehört nun nicht gerade zu meinen persönlichen Zielen“, machte er deutlich, dass er trotz sportlicher Erfolge die fünf Ringe nicht in Erkrath sieht.
Randale an Halloween und Silvester verurteilte Schultz ebenso. Zum Vorschlag, er solle den Bürgerbus lenken, sagte er: „lenkt Ihr Busse, ich die Stadt / so bleibt hier alles gut im Takt!“ Er dankte zudem seine bisherigen Stellvertretern Regina Wedding und Marc Göckeritz. Göckeritz war ebenso wie die neu gegründete Düssel-Garde im Publikum.


Viel Programm
Rund um die Hoppeditz-Reden gab es ein großes Programm: So stellten sich die designierten städtischen Prinzenpaare vor und die Tanzgarden OC Danceteam und Hoppedötze zeigten Tänze. Nach ihren Reden zeigten die Hoppeditze zudem ihre „Hoppeditz-Show“, in der sie Lieder sangen. Jugendhoppeditzin Raya sang erstmals einen eigenen Song ohne Unterstützung von Hoppeditz Sven. Natürlich sangen sie auch das Mottolied, das diesmal nicht zum Schunkeln ist, sondern ein Partylied mit viel Bass.
Für Verpflegung war ausreichend gesorgt: Die Osteria Cristofaro bot italienische Speisen an, Rhenania Hochdahl machte Bratwurst und Pommes. Der vom Feierabendmarkt bekannte Foodtruck mit Crêpes und Wein war da, die Große Erkrather KG bot Glühwein an, die Letzten Hänger Cocktails. Beide Vereine teilten sich auch den Bierwagen.
Am Abend spielte die Band QuerfeldBeat, welche einen bunten Mix an Covermusik außerhalb des Karnevals bot, darunter Songs vom Rosenstolz, Marius Müller-Westernhagen, Münchner Freiheit, Wolfgang Petry oder Mark Forster. Zufrieden konnten die Veranstalter nur bedingt sein – denn bereits nach den Hoppeditz-Reden (und bevor die Band die Bühne betrat) leerte sich die Markthalle deutlich, sodass die Veranstaltung früher als geplant endete.
Transparenz-Hinweis: Der Autor ist Mitglied der ‚Letzten Hänger‘. Wir veröffentlichen dies, um mögliche Interessenskonflikte offen zu legen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar