Die Heldin der Socken und Mützen

V.l.n.r.: Maria Berg, Margret Botta und Angelika Vorgelsang (2. Vorsitzende der Tafel) vor einem Teil der Strickspenden. Foto: Ria Garcia

Seit nunmehr sechs Jahren liefert Margret Botta von Strick& Stick Jahr für Jahr Warmes für den Winter bei der Tafel ab. Den Löwenanteil der Handstrickwaren produziert Maria Berg, ehemalige Mitarbeiterin.

Nicht mehr lange, dann wird Maria Berg 82 Jahre alt. Als Ruhestand kann man ihr Dasein nur schwer bezeichnen, wenn man sich vor Augen hält, dass sie im vergangenen Jahr 130 Paar Socken und 44 Mützen für Menschen gestrickt hat, die ohne die Hilfe der Tafel zu wenig zum Leben hätten. Auch einige Handstulpen und Schals hat sie gestrickt. Damit hat sie in diesem, wie auch schon im letzten Jahr, den absoluten Löwenanteil an den von Strick&Stick gespendeten Strickwaren produziert. „In der Pandemie konnte das Kreativ-Café ja nicht stattfinden, sodass Maria fast alles allein gestrickt hat“, erklärt Margret Botta, warum ihre ehemalige Mitarbeiterin so fleißig ist. „Ich stricke ja gerne. Wenn ich mal zu Hause sitze und nicht stricke, weil ich vielleicht auch mal im Haus ein wenig aufräumen will, dann fragt mein Mann mich schon, was los ist“, verrät sie. Ihre ersten Socken hat sie gestrickt, als sie gerade einmal fünf Jahre alt war. „Wir hatte ja einen ‚Stall voll Blagen‘ zu Hause“, lacht sie. Gelernt hat sie das Handwerk von ihrer Mutter, die es wiederum in einer Klosterschule erlernt hatte.

Natürlich würden sich Margret Botta und Maria Berg freuen, wenn auch andere Socken, Mützen, Stulpen oder Schals für die Tafel stricken würden. „Wolle haben wir genügend vorrätig“, erklärt Margret Botta. Da bei den aktuellen Inzidenzen auch in absehbarer Zeit noch nicht damit zu rechnen ist, dass das Kreativ-Café wieder startet, gibt sie gerne Wolle ab, damit Strickerinnen und Stricker zu Hause daraus die passenden Winteraccessoires für Bedürftige produzieren können. Ihr Laden in der Bahnstraße ist Montags sowie mittwochs bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet. „Es steht jede Menge gespendeter Wolle zur Verfügung“, lädt sie ein mitzumachen.

Nachdem viele Jahre der Trend zum Stricken und Häkeln abnahm, haben in den letzten Jahren Männer wie Frauen dieses Handwerk wieder für sich entdeckt. „Ich kann von meinem Laden nicht sagen, dass er groß unter der Corona-Krise gelitten hätte. Viele haben in der Pandemie Stricken und Häkeln als sinnvolle Beschäftigung für sich entdeckt“, berichtet Margret Botta, die seit 40 Jahren die Leidenschaft fürs Handarbeiten pflegt. 1981 startete sie mit ihrem ersten Laden in Düsseldorf, seit 1989 ist sie in Erkrath ansässig. Aber Margret Botta ist auch sonst sehr kreativ und sogar digital gut unterwegs. Und so hat sie ihre Kunden in der Pandemie mit einem eigenen Online-Shop auch weiter mit hochwertigen Garnen und Zubehör versorgt.

Bei der Tafel gibt es nicht nur Lebensmittel

In jedem Winter dürfen sich Tafelkunden dank Margret Botta, Maria Berg und in der Vergangenheit und hoffentlich auch in Zukunft wieder den Mitstreiterinnen des Kreativ-Cafés über Warmes für die kalte Jahreszeit freuen. „Das ist ja wirklich Wahnsinn“, kommentiert Renate Ott, erste Vorsitzende der Tafel, die Strickspenden. „Nicht alle unsere Tafelkunden wissen das wirklich zu würdigen oder fragen, wer sich die Mühe macht“, berichtet Angelika Vogelsang, die zweite Vorsitzende der Tafel. 75 Prozent der Kunden würden sich allerdings sehr über die Sachen freuen. Der Rest scheint es als Selbstverständlichkeit hinzunehmen. Neben den gespendeten Stricksachen können Tafelkunden zum Teil auch Kleidung, Haushaltswaren und Weihnachtsdeko bei der Tafel erhalten. „Im Moment können wir allerdings keine Damenkleiderspenden mehr annehmen. Im kommenden Jahr ziehen wir ja ins neu gebaute Forum Sandheide und hier am jetzigen Standort haben wir nur sehr begrenzte Lagerkapazitäten“, erklärt Vogelsang. Warme Winterjacken für Herren, würden aber noch gebraucht. Auch Haushaltswaren, wie Töpfe, Pfannen und Geschirr werden gerne angenommen. Auch Advents und Weihnachtsdeko wären im Moment als Spenden willkommen.

Umzugshelfer für das kommende Jahr gesucht

Im Sommer oder Herbst 2022 geht es für die Tafel dann wieder nach Hochdahl. Die Mehrzahl der Tafelkunden wohnt in Hochdahl. Mit dem Forum Sandheide erhält auch die Tafel neue Räumlichkeiten. Aber der anstehende Umzug stellt die Tafel auch vor Probleme. „Das Mobiliar hier können wir nicht allein mit unseren beiden Tafelautos transportieren. Über Helfer mit größeren Transportern würden wir uns dann natürlich sehr freuen“, hofft Renate Ott darauf Umzugsunterstützer zu finden.

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