Das NEINhorn war wieder in der Stadthalle

von Timo Kremerius

Das NEINhorn in der Stadthalle. Foto: Timo Kremerius

Nach 2023, anlässlich der neanderland BIENNALE, gastierte das NEINhorn wieder einmal in der Erkrather Stadthalle.

Das KOM’MA-Theater, ein Duisburger Kinder- und Jugendtheater, führte für unsere Kleinsten, aber auch für den ein oder anderen Erwachsenen, das Stück das NEINhorn, nach dem bekannten Kinderbuch von Marc-Uwe Kling, auf.

Das KOM’MA-Theater beschreibt das NEIN als echtes Zauberwort, ein sogenanntes Zi- Za- Zauberwort. Dieses Zauberwort weckt die schönsten Kräfte, kann Menschen vor den Kopf stoßen, Freunde verärgern und Eltern auf die Palme jagen. Und manchmal ist dieses schri- schra- schreckliche Wort auch ein Wald, in dem man sich verläuft, ein Irrgarten, aus dem man nicht mehr hinauskommt, eine Sackgasse halt. Marc-Uwe Kling erzählt in dieser Geschichte von der wunderlichen Kraft dieses Zi- Za- Zauberwortes über das NEINhorn.

Für die Theater- und Kabarettsaison 2025/2026 muss festgestellt werden, dass das Kulturamt wieder ein glückliches Händchen hatte. Alle Stücke und Kabarettisten überzeugten. Besonders schön ist es, dass das Kulturamt auch in dieser Saison wieder zwei Stücke für unsere kleinen Besucher eingeplant hat. Nach dem Kindertheaterstück „Rumpelstil“ vom Musiktheater Lupe, was von den Zuschauerzahlen nicht so gut besucht war, gab es dieses Jahr ein Wiedersehen mit dem NEINhorn. Dieses Stück wurde schon 2023 anlässlich der neanderland BIENNALE in der Stadthalle Erkrath gezeigt.

Sascha Bauer brachte eine neue Partnerin, Lina Fastabend, mit. Beide spielten das Stück so lebendig, dass die Kinder sich sofort in der Geschichte wieder fanden. Im Laufe der dreiviertel Stunde entwickelte sich das Stück zu einem reinen Mitmachtheater, in dem die kleinsten lautstark mitagierten und sowohl Vorschläge machten als auch Anweisungen gaben. In einer bezaubernden Vorstellung entführte uns „Das NEINhorn“ in eine Welt voller Magie und Abenteuer. Die Inszenierung war beeindruckend, mit einfachen Bühnenmitteln, einer Leinwand, auf der die Geschichte in Bildern begleitet wurde. Kurze Texte, auch nur Worte, wurden laut vorgelesen, gespielt, damit rumgealbert und mit Handpuppen entführte die Geschichte die Zuschauer in die magische Welt von Luna.

Die Schauspieler verkörperten ihre Rollen mit Leidenschaft und Hingabe.  Lautes Hallo bei den Kindern, die wohl zum Teil die Geschichte aus dem Buch kannten und herrlich, wie sie alle Luna halfen, auf das Wort „Zuckerwatte“ zu kommen. Dankenswerterweise war das Stück mit einer Dauer von ca. einer dreiviertel Stunde, den Konzentrationsmöglichkeiten der Kinder entsprechend, angepasst.

Insgesamt war die Aufführung von „Das NEINhorn“ in der Stadthalle wieder einmal ein überwältigender Erfolg und ein wunderbares Erlebnis für die ganze Familie. Zur Vormittagsvorstellung für die Erkrather Schulen und Kitas kamen an die 300 kleine und große Zuschauer. Zur Nachmittagsvorstellung kamen auch ca. 200 Zuschauer. Diese zauberhafte Vorstellung wird sicherlich noch länger in unseren Herzen nachklingen. Dank Lina und Sascha verging die Zeit wie im Flug und mit Lachtränen in den Augen.

Theater mit Herzblut

Im Gespräch mit Lina und Sascha kurz vor der Aufführung wurde deutlich, mit wie viel Herzblut das KOM’MA Theater betrieben wird. Das Haus, das sich ausschließlich durch Sponsoren finanziert, feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum. Ein echtes Urgestein ist dabei Sascha, der dem Ensemble bereits seit zwei Jahrzehnten angehört.

Das Pensum ist beachtlich: Rund 300 Auftritte absolvieren die beiden pro Jahr und decken dabei die gesamte künstlerische Bandbreite des Theaters ab. Der Erfolg basiert vor allem auf Teamgeist, denn im KOM’MA Theater ziehen alle an einem Strang. Die Rollen sind flexibel – wer eben noch auf der Bühne stand, hilft im nächsten Moment in der Technik oder hinter den Kulissen aus.

Nicht nur auf der Bühne war die Energie spürbar, auch im Publikum war die Resonanz positiv. Eine Umfrage unter den Eltern vor und nach der Vorstellung zeichnete ein klares Bild: Die Erkrather schätzen das kulturelle Angebot ihrer Stadt. Nico P., der mit seinen Töchtern Rosalie und Luise gekommen war, lobte bereits vorab das Engagement der Stadt Erkrath: Das Angebot für Kinder sei gut. Nach dem Vorhangfall war die Begeisterung im Trio groß. Während die Töchter sichtlich beeindruckt waren, schwärmte auch der Vater in höchsten Tönen von der Inszenierung.

Ähnlich sah es Gabi Heidrich, Mitarbeiterin der Stadt Erkrath. In Begleitung ihrer Enkel Mathis und Finia genoss sie die Aufführung und bestätigte den positiven Eindruck des städtischen Kulturprogramms für die jüngste Generation. Besonders gut vorbereitet erschien Caroline S. mit ihrer Freundin Lisa P. und den Kindern Hanna, Lena, Emma und Theresa. Da sowohl Caroline als auch ihre älteste Tochter das zugrundeliegende Kinderbuch von Marc-Uwe Kling bereits kannten, konnten sie der Handlung mühelos folgen.

Trotz der allgemeinen Begeisterung gab es von dieser Seite jedoch einen kleinen kritischen Einwand: „Die Bühnenausstattung und die Kostüme waren im Vergleich zu opulenteren Stücken wie ‚Janosch‘ oder ‚Die Schneekönigin‘ eher spartanisch gehalten“, so Caroline S. Für das Auge hätte sie sich etwas mehr optische Abwechslung gewünscht, auch wenn dies der Qualität der schauspielerischen Leistung keinen Abbruch tat.

Am Ende der Vorstellung war die Bilanz eindeutig: Das KOM’MA Theater hat einen Nerv getroffen. Das lautstarke Lachen der kleinen Zuschauer und das Leuchten in ihren Augen sprachen Bände – selten hat Kindertheater in Erkrath so viel puren Spaß bereitet. Angesichts der schauspielerischen Qualität und der Spielfreude des Ensembles blieb bei den Besuchern nur ein Urteil: „Immer wieder gerne!“

Ihnen hat die Aufführung gefallen. Foto: Timo Kremerius

Trotz der hohen Qualität gab es jedoch einen Wermutstropfen: Die Anzahl der Zuschauer blieb hinter den Erwartungen zurück. Hier ist für künftige Termine definitiv noch „Luft nach oben“, denn das dargebotene Niveau hätte ein volleres Haus verdient. Aus den Reihen der Eltern wurde zudem der Wunsch nach einer noch stärkeren Förderung des Kinderprogramms laut. Zwar wird das bestehende Angebot geschätzt, doch eine Erweiterung um zwei zusätzliche Veranstaltungen pro Spielzeit wäre nach Meinung vieler Familien ein Gewinn für die Stadt. Ein kleiner Ausbau des Programms könnte helfen, die kulturelle Begeisterung bei den Kleinsten noch nachhaltiger zu wecken.

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