Darauf haben die Kinder am Eichendorffweg gewartet

von Ria Garcia

© TSV / GK

Auf dem Spielplatz am Eichendorffweg wurden in Woche von Montag bis Freitag wieder jede Menge Dinge für Spiel, Spaß und Bewegung ausgepackt.

In der Sandheide ist Spielesommer und in dieser Woche war das Team des TSV Jugendzentrums wieder vor Ort. Kaum angekommen, scharten sich auch schon die ersten Kinder ums Team, die vom Fenster aus die Ankunft beobachtet hatten. “Am Montag waren im Verlauf des Vormittags 49 Kinder da, Dienstag waren es sogar 56”, erzählt uns Gabriela Klosa, Leiterin des TSV Jugendzentrums. Als wir am Mittwoch gegen 11.30 Uhr zu Besuch waren, waren es bis dahin auch schon wieder 34. Das Angebot ist offen, die Kinder konnten kommen, wann sie wollten und mussten auch nicht bis zum Ende bleiben. Von 10 bis 14 Uhr war das TSV Jugendzentrum in dieser Woche von Montag bis Donnerstag täglich vor Ort. Auch das Kreisintegrationszentrum und der Kreissportbund waren wieder beteiligt.

Die Kunst des Erzählens

Sprachkompetenz wurde dieses Mal – zur Freude der Kinder – über eine Geschichtenerzählerin gefördert, die die Kinder aktiv beteiligte. Die Kunst des ‘Erzählens’ ist in unserer Gesellschaft ein wenig aus der Mode gekommen, aber für Birgit Fritz ist es die Erfüllung eines Kindheitstraums gewesen. “Ich hab schon als Kind meine eigenen Geschichten gesponnen”, berichtete sie uns. Schon damals wollte sie Märchenerzählerin werden. Ihre Familie brachte sie davon ab. Damit könne man kein Geld verdienen, sie solle etwas ‘Vernünftiges’ machen. Das tat sie dann auch und sogar ziemlich gut. Aber die Idee Erzählerin zu werden, ließ sie auch im Erwachsenenalter nie los und eines Tages hat sie es dann gewagt. “Ich mache das jetzt seit 15 Jahren und bin schon durch ganz Deutschland getourt”, erzählte sie uns. “Ich habe bis heute keinen einzigen Tag meine Entscheidung bereut.” Dabei erzählt sie nicht nur Geschichten für Kinder, auch in Seniorenheimen ist sie zu Gast oder sie gestaltet mit Erwachsenen aktive Krimi-Erzählrunden und Impro-Geschichten. Birgit Fritz erzählt nicht nur Geschichten, mittlerweile schreibt sie auch eigene Geschichten. Am Eichendorffweg scharte sie bei jeder Erzählrunde 10 bis 20 Kinder um sich, die ‘an ihren Lippen hingen’. Mehr über Birgit Fritz unter MärSinn.de

Gesund und lecker

Auch in diesem Jahr war an zwei Tagen, am Dienstag und am Mittwoch, über das Kreisintegrationszentrum auch wieder eine Ernährungsberaterin vor Ort, die den Kindern spielerisch wissenswertes über gesunde Ernährung vermittelte. Zur Erfrischung gab es Wasser das über Pfefferminze, Nektarinen und mit Zitrone oder Limette natürliche Geschmacksstoffe erhielt und zur Stärkung gab es am Stand Obst und Gemüse. Am meisten interessierten sich die Kinder in den Gesprächen mit Ernährungsberaterin Zeyneb Demirci für die Ernährungspyramide und die Ernährungswaage, auf der sie herausfinden konnten, wie viel Energie nötig ist, um die zu sich genommenen Kalorien wieder abzubauen. “Die Pandemie hat die Zahl der Kinder mit Adipositas stark ansteigen lassen”, berichtete uns Zeyneb Demirci, die in Oberhausen in einer Beratungsstelle arbeitet, in der Ökotrophologen und Kinder- und Jugendpsychologen Kindern mit Ernährungsberatung und Verhaltensänderung helfen Gewicht zu reduzieren. “Vor der Pandemie waren die jüngsten Kinder, die zu uns kamen, sieben Jahre alt. Inzwischen kommen schon Dreijährige adipöse Kinder in die Beratung”, verdeutlichte sie den Anstieg. “Wir beraten dabei auch die Eltern, denn es muss erst einmal ein Bewusstsein dafür entstehen, welche Lebensmittel gesund für die Kinder sind.” Zeyneb Demirci rät Eltern von Kindern mit starkem Übergewicht, Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen. Diese kann vom Arzt verordnet werden. Bei Kinder und Jugendlichen übernehmen dabei vielfach die Krankenkassen den überwiegenden Teil, einige Kassen sogar die gesamten Kosten.

Spiel, Spaß und Bewegung

Neben diesen beiden Zusatzangeboten für die Kinder stand natürlich ganz viel Bewegung, Spaß und Basteln auf dem Programm. Ein kleines Puppentheater gab es zu Beginn der Woche auch noch. “Das ist und leider beim Auf- und Abbau kaputt gegangen”, berichtete Gabriela Klosa am Mittwoch. Langeweile kam dennoch keine auf. Ob Bolzen, Volleyball, jede Menge Spiele, Geschicklichkeitstraining, Cheerleader-Choreografien oder einfach mal Armbänder basteln, die Auswahl war groß.

Dank eines Bundesprogramms konnten die Kinder am Donnerstag Bewegung auch über Virtual Reality Brillen erkunden und an der ‘großen Olympiade’ teilnehmen, für die vorher fleißig Medaillen gebastelt wurden, die dann nach der Olympiade vergeben wurden. Vier Tage Spaß pur auf dem Spielplatz am Eichendorffweg. Am Freitag ging es dann mit dem TSV Jugendzentrum ins Zoom nach Gelsenkirchen. 47 Kinder nahmen an dem Ausflug teil. 17 davon aus den städtischen Flüchtlingsunterkünften.

Das Spielesommerangebot des TSV endete in dieser Woche, der Spielesommer und auch die Bolzplatztour gehen aber mit vielen Angeboten noch weiter.

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