
Der Circus Traber brachte einige neue Highlights mit, die ein größeres Publikum verdient hätten. Waren am Freitag schon nur knapp 60 Zuschauer im Zirkuszelt, sah es am Samstag ähnlich aus.
Das anspruchsvolle Programm sorgte dafür, dass kleine und große Zuschauer auf ihre Kosten kamen. Es lag Spannung in der Luft und das bei den Kunststücken hoch unter der Zirkuskuppel im wahrsten Sinne des Wortes. Der Cirkus Traber ist, wie viele Branchenkollegen, ein Familienunternehmen, bei dem sich alle – von jung bis alt – einbringen und das nicht nur in der Manege. Logistik mit Auf- und Abbau, Versorgung der Tiere, Reisen, Werbung für die Gaststandorte und natürlich der Kartenverkauf vor Ort gehören auch dazu.
Nicht zu vergessen das tägliche Training nach den Vorstellungen, denn anders wären die erbrachten Leistungen nicht möglich. Gerade noch Popcorn oder Leuchtbänder oder alles, was zum Zirkus gehört verkauft und kurze Zeit später in den Wolken des Zirkuszeltes schweben. Schon gleich nach der Begrüßung der Zuschauer durch Allessandro ‚brannten die Akrobaten ein Feuerwerk der Superlative ab‘. „Wir sind zum ersten Mal im Zirkus und freuen uns auf das, was auf uns zukommt“, hatte Besucherin Jenny vor Beginn der Vorstellung gesagt und wurde gleich belohnt.
Als dann die Ponys in die Manege trabten, machten vor allem die kleinen Besucher große Augen. In der Pause sollten sie noch Gelegenheit haben diese ganz nah zu erleben. Für die Kinder war das ein ganz besonderes Erlebnis. Auf die Pferde folgte eine atemberaubende Luftakrobatik. Angeli, die junge Artistin, ist 18 Jahre alt und trainiert seitdem sie 6 Jahre alt ist. Bewundernswert und ohne intensives tägliches Training wohl kaum denkbar. Nachdem wohl einige angesichts der waghalsigen Akrobatik die Luft angehalten hatten, wirkten die Clowns, die in keinem Zirkus fehlen dürfen, befreiend.




Neu im Programm ist Spiderman, wie es sich gehört, schwindelerregend unter dem Kuppeldach mit Akrobatik vom Feinsten. Körperbeherrschung bewies auch Letizia mit ihren Hula-Hoop XXL Einlagen. Die Besucher, die den Weg ins Zirkuszelt gefunden hatten, erlebten Kunststücke und Unterhaltung hautnah von Menschen für Menschen. Eine willkommene Abwechslung zum Programm ‚aus der Konserve‘ abends vor dem TV. Und für die Kinder gab es dann gegen einen kleinen Beitrag noch die Gelegenheit auch einmal auf einem der Ponys zu reiten.
Wer die Gelgenheit verpasst hat, hat vom 26. September bis zum 05. Oktober 2025 ganz in der Nähe, in Solingen Ohligs auf dem Schützenplatz eine der Vorstellungen zu besuchen. Vorstellungszeiten: Freitag (26.09.) 17 Uhr | Samstag (27.09.) 15 Uhr | Sonntag (28.09.) 11 Uhr und 15 Uhr | Montag (29.09.) 17 Uhr | Dienstag (30.09.) 17 Uhr | Mittwoch (01.10.) 17 Uhr | Donnerstag (02.10.) 17 Uhr | Freitag (03.10.) 15 Uhr | Samstag (04.10.) 15 Uhr | Sonntag (05.10.) 11 Uhr
Kommentar: Zirkus ist live und jeder kann hautnah erleben, was Menschen, die täglich trainieren, künstlerisch leisten können. Zirkus bedeutet viel Aufwand für die Gastspielorte und ist für die Zirkusfamilien immer auch mit finanziellen Risiken verbunden. Wenn dieses Engagement nicht ausreichend gewürdigt wird und zu wenig Menschen die Vorstellungen besuchen, dann steht es um die Zukunft der kleinen Familienzirkusse schlecht. Meine Bitte an die Leser: Gehen Sie mit Ihren Kindern oder Enkelkindern doch einmal weniger in große Vergnügungsparks oder ins Kino und planen sie einen Zirkusbesuch ein, damit Zirkusfamilien überleben und die nächste Generation noch hautnah Akrobatik, Clowns und Co. erleben können.

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