BmU kritisiert Verzögerung bei Johannesschule-Sanierung

BmU Erkrath

Peter Sohn - Foto: privat

Statikmängel legen Schulbetrieb lahm

Peter Sohn übt für die Fraktion Bürger mit Umweltverantwortung (BmU) in Erkrath scharfe Kritik an der Stadtverwaltung und dem Bauausschuss, da die dringend notwendige Sanierung der Johannesschule (Standort Hölderlinstraße 2-4), die nun aufgrund gravierender Statikmängel zur Schließung des Hauptgebäudes führte, bereits für die Jahre 2018 und 2019 geplant war.

Die aktuelle Situation, bei der die Schule wegen unzureichender Tragfähigkeit von Betonstützen temporär verlegt werden muss, zeige laut BmU auf dramatische Weise, dass Beschlüsse zur Schulsanierung und -infrastruktur nicht rechtzeitig umgesetzt wurden.

Mangelhafte Statik trotz früherer Planungen

Die Sanierung der Johannesschule war im Haushaltsplan 2017 konkret eingeplant. Vorgesehen waren unter anderem:

  • 2018: Allgemeine Bauunterhaltung (€236.000) inklusive Wärmedämmung und Dachsanierung Verwaltungstrakt mit Hausmeisterwohnung (€220.000).
  • 2019: Allgemeine Bauunterhaltung (€584.000) inklusive Wärmedämmung und Dachsanierung Klassentrakt mit (€568.000).

Diese geplanten Maßnahmen wurden offenbar nicht umgesetzt, was die BmU als fahrlässig erachtet. Gründe dieser jahrelangen Verzögerung konnte die Verwaltung auf Nachfrage im Bauausschuss am 2.10.2025 nicht aufklären. Sämtliche damaligen Entscheidungsträger der zuständigen Bauverwaltung seien nicht mehr im Amt.

Erst im Dezember 2024 wurde die Maßnahme „Betonsanierung der GS Johannesschule“ nachträglich in den Nachtragshaushalt 2025 aufgenommen, da sich die Schäden am Beton der Fassade, einschließlich freiliegender und korrodierter Bewehrung, sichtbar vergrößert hatten und irreparable Schäden an der Tragkonstruktion und der Statik befürchtet wurden.

Chronologie der Ungereimtheiten

Die Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und BmU fordern Aufklärung zu den Abläufen der statischen Untersuchungen. Besonders brisant: Anfang August 2025 wurde Marc Göckeritz (Bündnis 90/Die Grünen) mitgeteilt, die Statik des Gebäudes sei in Ordnung und erlaube den Schulbetrieb, obwohl bereits Behelfsstützen in den Sommerferien angebracht wurden. Nur wenige Wochen später musste die Stadt mitteilen, dass die Tragfähigkeit der Stützpfeiler nicht mehr ausreicht.

Die Stadt selbst hatte im August 2025 mitgeteilt, dass sich die Qualität des Betons als schlechter als ursprünglich angenommen herausstellte, zusätzliche Schutzmaßnahmen nötig wurden und Bereiche der Fassade eine Sicherung durch Baustützen erforderten, um die regulären Lasten problemlos weiter abtragen zu können.

Die BmU-Fraktion kritisiert, dass eine planmäßige Sanierung durch die Verzögerungen zu einer improvisierten Notfallsituation geführt hat, welche die Sicherheit von Schülerinnen, Schülern und Lehrpersonal gefährdete und nun eine aufwändige Schulverlegung nach Hochdahl zur Folge hat. Sie bekräftigt ihre Forderung nach der schnellstmöglichen Erstellung eines umfassenden Gebäudemanagementplans für alle Schulen wie auch Kitas in Erkrath, um solche Notfallsituationen zukünftig zu verhindern und die Schulinfrastruktur nachhaltig zu sichern. Der von der BmU 2017 initiierte Beschluss dazu ist bis heute nicht umgesetzt worden.

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