BmU bezieht Stellung zum Gesamtschulvorschlag

BmU Fraktion

Foto: Ria Garcia

Die BmU spricht sich für die bestehende vielfältige Schullandschaft aus: Neubauten und Sanierungen schnell umsetzen statt Gesamtschuldebatte. Die Forderung der Linken, an der Rankestraße eine Gesamtschule ins Auge zu fassen, lehnt die BmU aus mehreren Gründen ab.

Zum einen ist die Argumentation der Linken, dass eine Gesamtschule günstiger zu bauen sei, entweder ein Scheinargument oder nicht bis zum Ende gedacht. Schon der Vergleich mit den Kosten der Gesamtschule Velbert ist angesichts steigender Baupreise nicht tragfähig. Mensaplätze wären bei gleicher Schülerzahl definitiv nicht einsparbar und auch das Personal für das Sekretariat ist proportional zur Schülerzahl zu rechnen. Auch wird übersehen, dass der Aufbau einer Gesamtschule zudem erheblichen und kostenträchtigen Verwaltungsaufwand verursachen würde. Und parallel würden über Jahre auch noch Realschule und Gymnasium Hochdahl weiterexistieren. Alles andere als ein Spareffekt.

Für Eltern, die für ein Kind eine Gesamtschule wünschen, bestehen in den Nachbarstätten Möglichkeiten. Allerdings halten sich die Auspendlerzahlen in Grenzen, für das Schuljahr 2025/26 wurden insgesamt 26 Kinder an benachbarten Gesamtschulen angemeldet, ein Jahr zuvor 14. Eine Bedürfnisfeststellung hinsichtlich einer Gesamtschule in Erkrath würde die Neubauplanungen an der Rankestraße für Realschule und Gymnasium blockieren, auf Jahre zurückwerfen.

Das können und wollen wir der Schülerschaft, den Eltern und den Lehrerkollegien nicht antun.
Hierzu muss ergänzend angefügt werden, dass die BmU keineswegs eine neutrale Umfrage zum Elternwillen bezüglich der weiterführenden Schulen „blockiert“ hat. SPD und Grüne hatten in der Vergangenheit keine neutrale Umfrage beantragt, sondern die „Bedürfnisfeststellung“ hinsichtlich einer Gesamtschule. Bei diesem Verfahren genügen (momentan) 112 Absichtserklärungen von insgesamt etwa 420-450 Eltern der dritten Klassen, dass die Kommune eine Gesamtschule zwingend einrichten und somit bestehende Schulen schließen muss. 

Die letzten Schulentwicklungspläne gehen auf diese Frage ein und faktisch kommen die Gutachter zu dem Ergebnis, dass mindestens 2-4 weiterführende Schulen geschlossen werden müssten. Ein nicht unwahrscheinliches Szenario wäre: das Gymnasium (und vielleicht noch die Realschule) in Alt-Erkrath und die Gesamtschule in Hochdahl. Schulen, die eine gute Arbeit machen, würden verschwinden. Und hier muss gerade die Hauptschule, die von vielen kaputt geredet wird, erwähnt werden, in deutlich kleineren Klassen als man sie an einer Gesamtschule hätte, können die Schülerinnen und Schüler viel individueller gefördert werden. Am Schulzentrum Hochdahl kann man eine sehr gute Zusammenarbeit und sehr hohe Durchlässigkeit auch „nach oben“ sehen. Im Prinzip könnte man hier in anderen Bundesländern von einer kooperativen Gesamtschule sprechen.

Ein Stadtrat muss die gesamte Schulstruktur und auch die Kosten einer Neugründung und des Auslaufens von bestehenden Schulen im Blick haben. So würde man in Erkrath zudem einen gewaltigen und kostenintensiven Schülerpendelverkehr schaffen, die Erfahrung der Hochdahler Schülerschaft mit dem Pendeln nach Benrath sollte eigentlich davor zurückschrecken lassen. Die BmU hat den Eindruck, dass eine große Mehrheit der Eltern aus allen Jahrgängen aber den Erhalt einer vielseitigen, bunten Schullandschaft wünscht. Aus unserer Sicht ist es eben nicht demokratisch, wenn eine Minderheit über eine Mehrheit entscheiden kann.

Für die BmU ergibt sich aktuell eine andere Priorität in der Schulpolitik, ganz sachlich und ideologiefrei: Der schnelle und zukunftsweisende Wiederaufbau der abgebrannten Schulen in Hochdahl sowie womöglich auch der Johannesschule. Und die Umsetzung der schon viel zu lange aufgeschobenen Sanierungen der anderen Schulgebäude in der gesamten Stadt. Angesichts der katastrophalen Finanzlage der Stadt sollten wir uns darauf konzentrieren.

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