
Die Tradition im Rahmen der jährlichen Wunschbaumaktion den Blumenstrauß für den Raum der Stille im Hospiz zu spenden, hat Landrätin Dr. Bettina Warnecke von ihrem Vorgänger Thomas Hendele übernommen.
Neue Gesichter bei der traditionellen Blumenstraußübergabe im Franziskus-Hospiz Hochdahl. Regina Wedding und Thomas Hendele, die 30 Jahre lang den ersten Blumenstrauß im Jahr im Franziskus-Hospiz Hochdahl überreicht haben, sind nach der letzten Kommunalwahl in den wohlverdienten politischen Ruhestand gegangen. Sie haben aber sehr sympathische Nachfolger. Erste stellvertretende Bürgermeisterin von Erkrath wurde nach der letzten Kommunalwahl Annette Kirchhoff und neue Landrätin des Kreises Mettmann ist inzwischen Dr. Bettina Warnecke.
Regina Wedding erzählte unserer Redaktion noch einmal, wie es zur Blumenstraußaktion kam. Die Wunschbaumaktion habe in Erkrath inzwischen eine mehr als 30-jährige Tradition. Inge und Ernst Buddenberg hatten sie einst ins Leben gerufen. In der Vorweihnachtszeit werden in unterschiedlichen Institutionen die Wünsche von Menschen gesammelt, die nicht so gut gestellt sind. Die Wünsche, die dabei zusammenkommen, sind bescheiden und machen deutlich, dass es vielen Menschen an ganz einfachen Dingen fehlt. In den Kreissparkassen-Filialen im Stadtgebiet werden dann Weihnachtsbäume aufgestellt, an denen die Wünsche mit Kärtchen befestigt werden. Jede Erkratherin oder jeder Erkrather kann sich eines dieser Kärtchen nehmen und den Wunsch erfüllen und viele tun das Jahr für Jahr. Einer dieser Wünsche war vor vielen Jahren ein monatlicher Blumenstrauß für den Raum der Stille im Hospiz und den pflückte der damalige Landrat Thomas Hendele und machte diesen Wunsch seither zu seinem persönlichen Anliegen.
Die Blumenstraußübergabe, erstmals durch Dr. Bettina Warnecke, fand in diesem Jahr am Tag nach dem kompletten Stromausfall in Trills statt. Silke Kirchmann erzählte den Anwesenden, dass sich alle Mitarbeiter in kürzester Zeit auf die Notsituation eingestellt hatten und sich alle untereinander unterstützten. Auch viele Angehörige waren spontan gekommen, um zu helfen. Ein Mann nahm seine schwerkranke Frau auf den Arm und bettete sie in ein anderes Bett. „Das hat er zum letzten Mal bei der Hochzeit gemacht, kann er aber gerne nochmal machen“, habe die Patientin daraufhin gesagt. Das seien Momente, in denen die Stimme versagt und man schlucken müsse.
Auch einige Zahlen und Fakten zum Hospiz teilte Silke Kirchmann mit. Insgesamt wurden in 2025 im stationären Hospiz mit seinen zehn Zimmern, im Tageshospiz, durch den ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst, das Palliativ Care Team sowie durch den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst 950 Menschen begleitet. Ausschließlich examinierte Krankenpfleger und Krankenfachhilfen sind im Hospiz beschäftigt, die allesamt eine Zusatzausbildung absolviert haben. 18 Mitarbeiter hat das Hospiz derzeit. Für das Hospiz gebe es eine lange Warteliste.
Kommentar: Die lange Warteliste ist wenig verwunderlich. Es gibt nur wenige Orte, an denen sich Menschen auf ihrem letzten Weg so liebevoll und kompetent aufgehoben wissen, wie im Franziskus-Hospiz. Die Stadt Erkrath kann sich glücklich schätzen über eine solche Einrichtung zu verfügen.

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