
Lesung: Heißer Krimi der Krimi Cops in der Feuerwache.
Nachdem Sara Willwerth, die langjährige Inhaberin der Buchhandlung Weber in diesem Jahr in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist, wurde die Buchhandlung zu einer neuen Filiale der Thalia Buchhandelskette umgebaut. Damit fehlt nun aber der Platz in den Geschäftsräumen, der für Lesungen benötigt wird. Filialleitung Pauline Gooß setzt die alte Tradition von Lesungen der Krimi Cops in Erkrath mit Unterstützung dennoch fort. Buchhändlerin Sara Willwerth wäre nicht Sara Willwerth, wenn sie nicht einen ganz besonderen Ort für ihre Abschiedslesung gefunden hätte: die neue Feuer- und Rettungswache in Erkrath-Hochdahl. Diese kreative Lösung ist ebenso pragmatisch wie symbolisch. Waren die Krimi Cops vor fast zwei Jahrzehnten mit ihrem ersten Buch zu ihrer ersten Lesung bei Sara Willwerth, so war die neue Feuerwache der ideale Rahmen für die Lesung ihres neuesten Buchs.
Guido Vogt, Leiter der Feuerwache, zeigte sich begeistert über das neue Zuhause der Einsatzkräfte und die Möglichkeiten, die es bietet. „Wir haben uns in der neuen Feuerwache gut eingelebt“, so Vogt. Die Arbeitsbedingungen hätten sich für Haupt- und Ehrenamtliche erheblich verbessert. „Waren die Ehrenamtler früher noch in einem Zelt untergebracht, so stehen ihnen heute eigene Räume zur Verfügung.“ Die neuen Gebäude entsprechen modernsten Standards und sind konzeptionell auf die komplexen Abläufe abgestimmt. Dazu gehören verbesserte Übungs- und Ausbildungsmöglichkeiten mit einem eigenen Übungshof und -turm sowie, ganz selbstverständlich, Umkleide- und Sanitäranlagen für weibliche Feuerwehrleute und den Konferenzraum, der sich als Mehrzweckraum – wie für diese Lesung – ausgezeichnet macht. Vogt freut sich, dass die Wache nun auch für Veranstaltungen genutzt wird: „Jetzt freuen wir uns auch zu testen, Veranstaltungen in unserem Konferenzraum stattfinden zu lassen.“ Ein passender Ort für spannende Geschichten, die nun in einem ungewöhnlichen Rahmen erzählt werden können.
Die Abschiedslesung der ehemaligen Buchhändlerin Sara Willwerth in der neuen Feuerwache sprengte alle Erwartungen: Innerhalb von Stunden waren die ersten 40 Karten vergriffen. Was folgte, war ein kleiner organisatorischer Kraftakt für Pauline Gooß, die Leiterin der Thalia Buchhandlung und Feuerwehrchef Guido Vogt. Das Ergebnis war ein kleines Wunder: Letztendlich kamen über 150 Zuhörer zur Lesung und es hätten noch mehr kommen wollen. Feuerwehrleiter Vogt zeigte sich beeindruckt und schmunzelte: „Dass ich 26 Jahre warten musste, bis es eine Lesung in meiner Feuerwache gibt…“ Die Räumlichkeiten bewiesen ihre Eignung, und dass nur acht Wochen nach dem Einzug der Wache. Vogt betonte noch einmal die Bedeutung des Gebäudes für die Gemeinschaft: „Die Feuerwache gehört den Bürgerinnen und Bürgern von Erkrath.“

Gute Gastgeber
Für das leibliche Wohl sorgten bei der Lesung in der neuen Feuer- und Rettungswache das Betreuungspersonal der Kinder- und Jugendfeuerwehr und die Jugendlichen selbst. Es gab Wein, Softdrinks und selbst gemachtes Popcorn. Nach kurzen Ansprachen von Guido Vogt, Pauline Gooß und Sara Willwerth konnte die Veranstaltung beginnen.
Spätestens, als die Krimi Cops „die Bühne“ betraten, war klar: Die Lachmuskeln des Publikums würden an diesem Abend Schwerstarbeit leisten müssen. Das Autorentrio Klaus Stickelbroeck, Ingo Hoffmann und Carsten Rösler, übrigens ein Erkrather Jung — das normalerweise von Martin Niedergesähs unterstützt wird, der dienstlich verhindert war — zündete ein wahres Feuerwerk an Gags und Pointen. Sie lasen aus ihrem neuesten Buch „Schnellschuss“ mit bekannten „best of“ und neuen Kurzgeschichten.
Auf die Idee gekommen sind die Polizisten aus Düsseldorf nach Feierabend. „Da wir im Laufe des Dienstes sehr viel erleben, hatten wir die Idee unsere Erlebnisse, unglaubliche, komische und manchmal auch skurrile nach Dienst aufzuschreiben. Aber nicht in Form von Polizeiberichten sondern als Krimi. So entwickelten sich die Polizisten zu Schriftstellern. Im Laufe von fast zwanzig Jahren wurde dieses Krimischreiben zu einem festen Standbein, ohne den Beruf bei der Polizei aufzugeben. Inzwischen haben die Krimi Cops acht Krimis und ein Buch mit Kurzgeschichten geschrieben und Klaus Stickelbroeck der auch solo unterwegs ist neun Kriminalromane und drei Bücher mit Kurzgeschichten. Sie erzählten, dass sie 2024 etwa 30 Lesungen und 2025 ungefähr 20 Lesungen hatten.
Im Vortrag der drei Cops reihte sich ein Brüller an den Anderen. Eine einprägende Geschichte, war die Suche nach dem pechschwarzen Kaninchen Linus, mitgebracht von Carsten und mit dem Bürostuhl überfahren von Struller. Genickbruch. Dieser packte Linus in einen Umschlag brachte es aus dem Revier und tausche es im Tierheim gegen ein Lebendes aus, aber ein weißes. Gesagt, getan, beim Frisör schwarz eingefärbt bekam Carsten sein Kaninchen wieder. Er stelle sich erst die Fragen als die schwarze Farbe langsam ausblich.
Die Cops brachten ihre Stories in verteilten Rollen, mit extra oder auch nicht, eingebauten Versprechern und gegenseitiger Frotzelei, es wirkte alles so spontan. Alles war so lebendig und vor allen Dingen lustig, dass alle Besucher Tränen in den Augen hatten, es war ein nicht aufhörendes Gelächter im Raum.
Ein tragikomischer Selbstmordversuch: Die Krimi-Cops kennen die absurdesten Geschichten. Sie teilten eine weitere, fast zu unglaubliche Geschichte mit dem Publikum. Sie berichteten von einem Mann, der im Glockenturm des Düsseldorfer Hauptbahnhofs Selbstmord begehen wollte. Der tragische Plan basierte jedoch auf einer falschen Diagnose. Wie die Geschichte ausgeht, soll an dieser Stelle nicht verraten werden – nur so viel: Es wurde spektakulär.
Oder die Geschichte „Draußen nur Kännchen“, die nach einer harmlosen Äußerung von Opa Helmi in einer hanebüchenen Kettenreaktion mehrere Schwerverletzte und ein Polizeiaufgebot mit Gefängnisstrafe nach sich zog. Allein die Überschriften der Kurzgeschichten sind schon urkomisch, z. B. „Das Apartment der Hölle“ oder „Strullers weihnachtsfeiner Schreibtisch“, überall wird gemeuchelt, hintergangen, gelogen, geschossen oder mit Gabeln aufgespießt, eine Situationskomik nach der anderen, aber immer mit viel Verständnis für das menschliche Verhalten. Das ist einfach manchmal komisch.
Auch gab es eine Kurzgeschichte extra auf Sara Willwerth zugeschnitten, als kleines Dankeschön für die Jahrzehnte lange Treue und Freundschaft. Da Polizei und Feuerwehr eine Blaulichtgang sind und zusammen gehören erinnerte Stickelbroeck noch einmal an den Tag der offenen Tür, am 20. September, in der Feuerwache.
Es war nicht nur ein Abend voller Lacher, sondern auch ein Abend des Abschieds und des Neuanfangs. Klaus Stickelbroeck, der inzwischen pensioniert ist, hat trotz des Ruhestands kaum Zeit, wie er verriet. Auch für die ehemalige Buchhändlerin Sara Willwerth hat ein neuer Lebensabschnitt begonnen. „Ich bin sehr viel unterwegs, wenn ich nicht gerade Katzensitting mache“, erzählte sie grinsend dem Publikum.
Die gelungene Lesung war nicht nur kurzweilig, sondern auch ein Zeichen dafür, dass das Leben nach dem Berufsleben noch viele Überraschungen bereithält. Das Publikum verließ die Feuerwache beschwingt und gut gelaunt – ein perfektes Ende für einen ganz besonderen Abend.

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