Auf den Spuren der Kelten

In den vom Mutterboden befreiten Bahnen werden tiefere Gruben ausgehoben. Foto: RG

Auf der Neanderhöhe wird seit Anfang letzter Woche wieder gegraben. Im Rahmen der Erschließung sollen mögliche weitere Funde dokumentiert und gesichert werden.

Die Dauer der Ausgrabungen ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. „Das kommt ganz auf die Befunde an“, erklärt uns Projektleiterin Martha Aeissen von Archeonet, die auch schon die Voruntersuchungen begleitet hatte. Bei dieser Voruntersuchung stießen die Archäologen auf Funde aus der Eisenzeit, die auf die Zeit 370 bis 150 vor Christi datieren lassen. Auf der Neanderhöhe gab es also einst eine Keltensiedlung.

„Wo eine Siedlung war, muss es auch ein Gräberfeld geben“, ist sich Bernhard Osterwind von der BmU sicher. Unsicher ist indes, ob dieses Gräberfeld gefunden werden kann, denn schon bei der Voruntersuchung vermuteten die Archäologen, dass sich die Siedlung möglicherweise noch weiter nach Westen ausstreckte und dort liegt der Bauhof, auf dessen Gelände in den nächsten Jahren wohl eher kaum Grabungen durchgeführt werden können.

Aktuell schätzt Martha Aeissen, dass die Grabungen bis zum Jahresende, vielleicht auch bis ins nächste Jahr hinein andauern. Auch die Witterung spielt beim Grabungsfortschritt eine Rolle. Aktuell werden cirka acht Meter breite Bahnen von Mutterboden befreit, die im Rahmen der Erschließung des Gewerbegebiets näher untersucht werden sollen. Ein Bagger mit einer vier Meter breiten Schaufel schaufelt fast ‚zärtlich‘ den Mutterboden ab und lädt ihn seitlich der Bahnen ab. Er wird nach den Untersuchungen wieder verfüllt. Bagger und auch Baggerführer gehören zu Archeonet. Nicht alle Grabungsfirmen leisten sich einen eigenen Bagger samt Baggerführer. Aber das erleichtert die Arbeiten, denn der Baggerführer weiß genau worauf es bei archäologischen Grabungen ankommt. Die vier Meter breite Schaufel ist eine Spezialanfertigung für Grabungen. „Damit lassen sich gleichmäßigere Flächen schaffen“, erklärt Aiessen. Auf diesen Flächen gehen die Archäologen dann ‚weiter in die Tiefe‘, um Bodenverfärbungen zu untersuchen, aber möglicher Weise eben auch weitere Funde entdecken zu können.

In den kommenden Wochen werden wir für unsere Leser hin und wieder die Grabungen besuchen und schauen, ob vielleicht doch noch spektakulärere Funde, als Pfosten, Gruben und Scherben zu Tage kommen. „Das kann ich Ihnen leider nicht versprechen“, verriet Martha Aeissen lachend. Oft bliebe es auch bei den einfachen Funden, wie sie bei der Voruntersuchung entdeckt wurden.

Spannender für uns und unsere Leser wären natürlich weitergehende Funde, aber die können eben auch wir nicht versprechen.

Hier erst einmal einige Fotos von den Grabungen

Vorherige Berichte zum Thema: ‚Sah so einst die Neanderhöhe aus?‚ und ‚Neanderhöhe – ein emotionales Thema‚.

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