Äpfel satt – Rekordernte in Bruchhausen

von Nicole Marschall

Freuen sich über die gigantische Apfelernte: (v.l.) Uli Schimschock (Beisitzer) und Renate Späth (Vorsitzende des Fördervereins des Naturschutzzentrums Bruchhausen). Foto: Nicole Marschall

Optimale Witterungsbedingungen bescherten auch dem Naturschutzzentrum Bruchhausen eine rekordverdächtige Apfelernte. Beim Erntedankfest wurde das Obst von den Streuobstwiesen verkostet und verkauft.

Äpfel über Äpfel! 2025 ist ein rekordverdächtiges Apfeljahr. Das konnten auch die Besucherinnen und Besucher des Naturschutzzentrums (NSZ) Bruchhausen am Sonntag beim Erntedankfest erleben und jede Menge Obst von den Streuobstwiesen verkosten und erwerben. Trotz des regnerischen Wetters waren Karin Blomenkamp, Leiterin des NSZ, und Renate Späth, Vorsitzende des Fördervereins des NSZ Bruchhausen, mit den Besucherzahlen fast so zufrieden wie mit der Ernte. „Das ganz Gartenjahr war toll“, fasst Blomenkamp zusammen: „von den Tomaten bis zu den Äpfeln.“ Von letzteren bleibt mindestens ein Drittel ungeerntet auf den Bäumen der Bruchhausener Streuobstwiesen. Einen Teil der Früchte als Winterfutter für die Wildtiere zurückzubehalten, gehört zum Konzept, doch in diesem Jahr bleibt deutlich mehr für die Tiere als in den Vorjahren.

Die Apfelernte wird dieses Jahr in ganz Nordrhein-Westfalen mit geschätzt rund 82.000 Tonnen die Vorjahresernte um ca. 60 Prozent übertreffen und ist laut IT.NRW die beste Ernte der letzten 20 Jahre. Die Streuobstwiesen des Naturschutzzentrums machen da keine Ausnahme! Für ganz Deutschland erwartet das Statistische Bundesamt 2025 eine Gesamtapfelernte von etwa 1.009.000 Tonnen – ca. 15,7 Prozent mehr als 2024. Hauptgrund sind die günstigen Witterungsbedingungen: milde Temperaturen zur Blütezeit, kein großflächiger Frost oder Hagel und abwechselnd sonnige und regnerische Reifungsphasen.

Seit rund 30 Jahren lässt das Team des Naturschutzzentrums die Äpfel von den eigenen Streuobstwiesen im Rahmen des Projekts „TRINK MIT – Apfelsaft aus heimischen Streuobstwiesen“ zu Apfelsaft verarbeiten. Unter dem Motto „Apfelsaftgenuss ist angewandter Naturschutz“ kommen dabei ausschließlich Äpfel von hochstämmigen, ungespritzten Bäumen aus der Region in die Saftpresse. Die Streuobstwiesen, auf dem die Früchte wachsen, sind vielfältige, artenreiche Lebensräume, die Nahrung und Lebensraum für Grünspecht, Siebenschläfer, Steinkauz und andere Tiere bieten. Gleichzeitig sind sie landschaftliche Kleinode, deren Nutzung einen wertvollen Beitrag zum Erhalt alter regionaler Obstsorten leistet. In Bruchhausen sind dies u.a. Glockenapfel, Danziger Kantapfel, Goldparmäne, Kaiser Wilhelm, Boskop und der Rheinische Bohnapfel.

11.700 kg Äpfel wurden diesen Herbst für den reginonalen Trink-mit-Apfelsaft gepresst, rund die Hälfte davon allein aus Bruchhausen und ca. 3.000 kg von der Biologischen Station Haus Bürgel in der Urdenbacher Kämpe. „Das sind 18 Paletten mit 780 Kisten Apfelsaft“, rechnet Renate Späth vor: „Mehr als wir eigentlich absetzen können.“ Schon die Lagerung der enormen Menge Apfelsaft stellt eine Herausforderung dar. In den Vorjahren waren es meist neun Paletten. Im Naturschutzzentrum wird der Apfelsaft jeden letzten Samstag im Monat von 9.30 bis 13 Uhr verkauft. Eine Flasche kostet 1,70 Euro, eine Kiste 20,40 Euro – plus Pfand. Der günstige Preis ist nur möglich, da rund um die Apfelernte alles ehrenamtlich organisiert ist, einzige Ausnahme ist die Pressung durch ein Lohnunternehmen. „Würden wir normal kalkulieren, müssten wir vier Euro nehmen“, sagt Späth, die immer wieder zahlreiches Fallobst in den Give-away-Boxen am Naturschutzzentrum auch ganz kostenfrei unter Besucher, Nachbarn und Spaziergänger bringt.

Bei all den Äpfeln dieses Jahr stellt sich spätestens nach dem dritten Apfelkuchen, -pfannkuchen oder -kompott in Folge die Frage: Was kann man sonst noch Leckeres mit Äpfeln machen? Äpfel sind so herrlich vielseitig, dass sie sich in ganz unterschiedlichen Rezepten verarbeiten lassen – auch in deftigen Gerichten. Rezepte, die man wahrscheinlich nicht gleich auf dem Schirm hat, wenn man an Äpfel denkt, sind zum Beispiel Apfel-Radieschen-Kohlrabi-Salat, Flammkuchen mit Äpfeln, Zwiebeln und Kürbis, Apfel-Zwiebel-Gemüse und Apfel-Gazpacho. Wer sie einmal probiert hat, wird den kreativen Apfelgerichten künftig sicher öfter einen Platz auf dem Teller reservieren!

Second-Hand-Advent und mehr
Beim diesjährigen Second-Hand-Adventsmarkt im Naturschutzzentrum Bruchhausen können Besucherinnen und Besucher am Samstag, 22. November, von 11 bis 17 Uhr nicht nur guterhaltene gebrauchte Weihnachtsdeko wie Tannenbaumkugeln oder Krippen zum kleinen Preis erwerben, sondern auch zahlreiche Kunstblumen-Gestecke und -Adventskränze aus einer Geschäftsaufgabe. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos: www.naturschutzzentrum-bruchhausen.de

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