
Der des Tennissportclub Unterfeldhaus e.V. kurz TSCU hat am 5. Mai ein besonderes Jubiläum gefeiert. Er ist 50 Jahre alt geworden. Wie jung Tennis hält, bewiesen die Gründungsmitglieder, die alle bis auf einen, anwesend waren.
„50 Jahre – das ist mehr als eine Zahl, es ist – so könnte man heute sagen – ein halbes Menschenleben. Es ist eine Geschichte aus Engagement, Ehrenamt, Siegen und Niederlagen, sportliches Geschehen auf der Anlage, Sommerabende auf der Terrasse und unzähligen Begegnungen, die weit über den Sport hinausgehen. Ein Verein wie der TSCU ist nicht nur ein Ort, an dem Tennis gespielt wird – er ist für viele ein Stück Familie“, fasste Vereinsvorsitzende Edda Bretz-Risse auf dem Jubiläumsempfang am 5. Mai 2026 zusammen. In ihrer Rede verzichtete Edda Bretz-Risse auf einen Rückblick. „Das habe ich vor zehn Jahren bereits getan“, ließ sie die Gäste wissen.
Statt dessen wagte sie einen Ausblick auf die mögliche Zukunft. Ein Tennisverein werde sich in den kommenden Jahrzehnten grundlegend verändern müssen, ohne dabei seinem Kern untreu zu werden. Möglicherweise gebe es künftig ja virtuelles Anfängertraining und weiteres Neuerungen. Aber, der TSCU, so führte Bretz-Risse aus, sei und werde auch künftig ein offener Begegnungsraum sein. Das gelte nicht nur für die Vereinsmitglieder, es gelte für alle. Für Familien, Kinder, Senioren, Freizeitspieler und Leistungssportler, die alle ihren Platz finden sollen. Sie führte die Möglichkeiten flexibler Mitgliedschaftsmodelle an, die auch Kurzzeitmitgliedschaften beinhalten könnten. Oder etwa die Notwendigkeit Strukturen für das Ehrenamt zu verändern, mehr projektbezogen zu denken und Projektbesetzungen variabel zu gestalten. Teils würde das bereits geschehen.
„Viele können viel bewirken!“, zeigte sie sich überzeugt. Dabei bleibe die Vereinskultur entscheidend. Was den TSCU stark gemacht habe, sei Gemeinschaft, Fairness und Zusammenhalt und das sei auch in Zukunft der wichtigste Erfolgsfaktor. Edda Bretz-Risse lenkte den Blick in die Zukunft auch auf nachhaltiges Handeln in Bezug auf das Klima, auf soziale Projekte, Integration durch Sport und Kinder- und Jugendarbeit. Nicht zuletzt sei Tennis Antwort auf eine zunehmend sitzende, von Computer und Smartphone beherrschte Lebensweise, mit der die Gesundheit gefördert werde. Eine Studie habe belegt, dass regelmäßiges Tennisspielen die Lebenserwartung um bis zu 9,7 Jahre verlängern kann, erfuhren die Gäste.


Die Gäste waren zahlreich zum Empfang gekommen. Auch Bürgermeister Christoph Schultz und Ilse Marie Lichtenauer, stellvertretende Vorsitzende des Stadtsportverbands waren unter den Gratulanten. Schultz befand die Ideen zum Wandel interessant. Vor 50 Jahren, bei der Vereinsgründung, habe man in Deutschland nicht einmal Boris Becker gekannt. „Vielleicht kommt eines Tages ja ein Wimbledon Sieger aus Unterfeldhaus“, wagte auch er einen Blick in die Zukunft und erfuhr direkt, dass Boris Becker einst ein Jugendturnier im Verein gespielt habe. Er freute sich, dass die Zukunft der Tennis Vereine gesichert sei und begrüßte die Weitsicht des TSCU, dessen Plätze und Vereinsheim auf eigenen Flächen sind. Es gebe nur wenig Gemeinflächen. Als er auf die Information einging, dass Tennis lebensverlängernd sei, reagierte Edda Bretz-Risse: „Wir laden Sie herzlich zum Schnuppertraining ein.“

„Ich freue mich immer über positive Nachrichten“, ergriff auch Ilse Marie Lichtenauer das Mikrofon, um ein paar Grußworte zu sprechen. Mit Tennis hätte sie zuvor nichts zu tun gehabt, gestand die stellvertretende Vorsitzende des Stadtsportverbands. Selbst aus der DLRG kommenend wisse sie, wie wichtig ein eigenes Grundstück sei und könne den Aufwand einschätzen.
Einen kleinen Eindruck der lebensverlängernden Wirkung von regelmäßigem Tennisspiel gab es über die anwesenden Gründungsmitglieder, die geehrt wurden. Mit einem kleinen Ratespiel mit Fotos der einzelnen Gründungsmitglieder aus jüngeren Jahren lockerte Schatzmeister Marcel Stamm diesen Teil des Empfangs humorvoll auf. Zu jedem aufgerufenen Gründungsmitglied gab es eine kleine Geschichte zum Wirken im Verein. 13 der insgesamt 14 Gründungsmitglieder waren auch tatsächlich vor, sodass ein gemeinsames Foto entstehen konnte. Zu den Gründungsmitgliedern zählen: Marlen Aschoff, Werner Brämswig, Friedhelm Flatten, Elvira Gemeinder, Wolf Hagemann, Bernd Heublein, Heinz Janovsky, Ilse Kretschmer, Wilfried Kretschmer, Günther Noelle, Doris Scheufen (geb. Diepenbrock), Werner Schnermann (war in Urlaub und nicht anwesend), Annette Schwitteck und Willi Wendler.



Verabschiedung und Ehrenmitglieder
Während die Reise des TSCU weiter in die Tennis-Zukunft geht, beginnt für Trainer Joachim Hagemeister der wohlverdiente Ruhestand. Er wurde feierlich verabschiedet, nicht ohne mit Dank auf sein Wirken zurückzublicken. Bereits 1980/81 hatte er einige Probetrainings absolviert und einige Trainerstunden gegeben, bevor er ab Beginn der Wintersaison 1981/82 hauptamtlicher Trainer des TSCU wurde.
Dank gab es auch für zwei Ehrenmitglieder, die über viele Jahre die Geschicke des Vereins mit geprägt haben. Einer davon war Dr. Udo Matzke, der bereits vor seinem Eintritt in den Verein an den Verhandlungen zum Erwerb des Grundstücks an der Adalbert Stifter Straße beteiligt war. 1993 wurde er Vorsitzender des Vereins und blieb es bis 1999. Er erneuerte in seiner Amtszeit die Innenausstattung des Clubhauses und war bekannt dafür, dass Probleme ausdiskutiert wurden, auch wenn es dabei Nacht wurde. Matzke hat auch für ein umfangreiches Archiv gesorgt, auf das der Verein heute mit Blick auf die 50-jährige Geschichte zugreifen kann. Auch im Presseausschuss des Vereins hat er mitgewirkt und viele Artikel in den Clubheften verfasst. Noch Anfang dieses Jahres saß er für den Verein im Sportausschuss der Stadt.
Ehrenmitglied Ottmar Scholl wurde vor 30 Jahren (1996) Mitglied des Vereins. Den Siegerländer hatte die berufliche Tätigkeit in die Region geführt. Als er in Hilden Schuldirektor wurde, zog er 1992 nach Unterfeldhaus. Als er schließlich den TSCU als Verein für sich entdeckte, entdeckte dieser schnell seine Qualitäten nicht nur im Tennis spielen. Schnell wurde ihm das Ehrenamt angetragen und schon 1997 wurde er als Beisitzer in den Vorstand gewählt und weil er Germanist war, fiel ihm die Protokollführung zu. 1999 wurde Scholl Nachfolger von Udo Matzke als Vorsitzender des Vorstands und führte den Verein langsam in die digitale Zukunft. Die Homepage entstand und wird bis heute von ihm betreut. Gleiches gilt für die Vereinsverwaltung und alle IT-Belange des Vereins, der inzwischen auf dem Weg zum papierlosen Büro ist.
Ottmar Scholl gelang es gemeinsam mit dem damaligen Schatzmeister Karl Witt auch nach langen Verhandlungen den Teil des Geländes, der damals noch von der EGH gepachtet war, zu einem akzeptablen Preis zu erwerben. Den beiden ist zu verdanken, dass der TSCU heute Eigentümer der gesamten Tennisanlage ist. Eine weitere Aktion in seiner Vorstandszeit war die Verlegung eines neuen gelenkschonenden Hallenbodens. 2006 gab Scholl den Vorsitz schließlich ab. Das Ehrenamt allerdings nicht. Neben den Aufgaben in der IT war er im Presseausschuss tätig und wirkte an der Gestaltung von Plakaten mit und war gern gesehener Büttenredner auf den Karnevalsveranstaltungen des Vereins.
Was die Zeittafel der Vereinsgeschichte des TSCU in 50 Jahren erzählen wird, wissen wir heute nicht. Was sie über die vergangenen 50 Jahre erzählt, haben wir unterhalb eingefügt.
Zeittafel der Vereinsgeschichte des TSCU







TSCU Daten: Gründung am 5. Mai 1976. 160 Interessierte kamen zur Gründungsversammlung, 83 wurden direkt Mitglied. Es folgte die Suche nach einem Grundstück und anschließende Bautätigkeit. Erste Spiele konnten 1978 stattfinden. Nach anfänglicher Pacht gehört dem TSCU heute das gesamte Gelände der Tennisanlage mit Plätzen, Halle, Clubhaus und großer Terasse an der Adalbert-Stifter-Straße.
Vereinszweck laut Satzung: Förderung des Sports insbesondere des Tennisspiels unter besonderer Berücksichtigung der Jugendhilfe. Mitglieder: 550, davon 136 Jugendliche. Gemeldete Mannschaften im Verein: 19 Medenmannschaften, 2 Hobbymannschaften und 8 Jugendmannschaften. Trainer: 7.
Modernisierungen in den letzten Jahren: Moderne Dusch- und Umkleideräume wurden angebaut, das Clubhaus komplett neu saniert, die Halle wurde mit einer modernen LED-Beleuchtung ausgerüstet und auf dem Hallendach wurde 2025 eine große Solaranlage installiert. Weitere Planungen: Ein neuer moderner Hallenboden, weitere energetische Sanierungen, Umzäunung.

Sehr gute richtung- und zukunftsweisende Darstellung von Tennisclubs durch die Vorsitzende des TSCU