
In der katholischen Integrativen Tageseinrichtung für Kinder gab es am letzten Samstag allen Grund zu feiern.
„Die Kinder haben schon vor 14 Tagen in einer Projektwoche mit dem Motto Wir feiern ein Fest mit den Vorbereitungen begonnen“, erzählte uns Kitaleiterin Jutta Block bei unserem Besuch. Die Kinder hatten Bücher gelesen, Lieder gesungen, Plakate gemalt, Spiele vorbereitet sowie Schmuck und Kronen für die Feier gebastelt. Auch den Zitronenkuchen, den es am Samstag zur Feier gab, haben die Kinder gebacken. Kronen konnten auch noch am Samstag vor Ort gebastelt werden.
Ins Jubiläumsfest gestartet waren Kinder und Eltern mit einem Gottesdienst, den Gemeindereferentin Heidi Bauer kindgerecht gestaltet hatte. Dazu hatten sie das Lied „Ich bin bei euch alle Tage“ ausgewählt. Im Anschluss füllten sich die festlich geschmückten Kitaräume und das Außengelände schnell mit Kita-Kindern, Geschwistern, Eltern und vielen weiteren Besuchern, wie ehemaligen Kolleginnen oder ehemalige Kinder, von denen einige inzwischen selbst Eltern oder sogar Mitarbeiterinnen sind. „So schlecht kann unsere Arbeit also nicht gewesen sein“, kommentiert Jutta Block diesen Umstand. Uns blieb nur wenig Zeit am Rande mit ihr zu sprechen. Immer wieder kamen neue Besucher, die sie am Eingang begrüßen musste. Eingeladen waren auch künftige Kita-Kinder und Eltern. Die konnten beim Fest schon einmal schnuppern. Unter den Kindern, die nach den Ferien in die Schule wechseln, war auch der jüngste Sohn von Lyralin Helling, die als Beraterin im Freundeskreis für Flüchtlinge tätig ist. „Ihm wird der Abschied schwer fallen. Matthias Müsch ist sein Held. Selbst im Urlaub glaubt er ihn manchmal von weitem irgendwo zu erkennen“, erzählte sie uns.





Auf dem Außengelände herrschte buntes Treiben. Dort wurden riesige Seifenblasen produziert und beim Dosenwerfen konnten die Kids Treffsicherheit beweisen. Auch draußen war alles mit bunten Girlanden feierlich geschmückt. In den Räumen der Kita gab es unterschiedliche Angebote. „Wir konnten ja nicht sicher sein, dass das Wetter mitspielt“, erklärte Jutta Block. Fleißig wurden Orden und Krönchen gebastelt, beim Kinderschminken verwandelte sich die Kids in Feen, Schmetterlinge oder Löwen und auf einem Barfußpfad konnten sie unterschiedliche Untergründe mit den Füßen ertasten. Den Barfußpfad betreute, als wir vorbeischauten, der von Lyralins Sohn so geschätzte Erzieher Matthias Müsch. Die Untergründe waren teils mit Kissen ausgelegt, teils mit Legosteinen gebaut und dem einen oder anderen Elternteil kamen bei diesem Anblick Erinnerungen daran, wie es sich anfühlt, wenn man nachts im Dunkeln ans Kinderbett eilt und dabei einen liegen gebliebenen Legostein ‚erwischt‘. Autsch. Direkt neben dem Eingang wartete die Candybar an der es ’süße Trostpflaster‘ auch für die Großen gab.
Die Candybar hatte der Elternbeirat bestückt, der sich – neben dem von Kinderhand gebackenen Kuchen – auch ums Essen gekümmert hat. Für den kleinen Hunger gab es Hotdogs. Getränke hatten die Haaner Felsenquelle und Trinkgut zum 30-jährigen Bestehen kostenlos beigesteuert. Der Elternbeirat zählt auch fast komplett zum neu gegründeten Förderverein der Kita, über den die Eltern Extras für die Kita finanzieren möchten. „Vielleicht eine Rutsche fürs Außengelände oder Selbstbehauptungskurse“, verrät die gewählte Vorsitzende Christiane Rubröder. Die Idee zur Vereinsgründung entstand, weil die Eltern gesehen haben, was in anderen Einrichtungen durch Fördervereine möglich ist. „Beim Trillser Straßenfest werden wir in diesem Jahr auch mit einem Stand vertreten sein“, kündigt sie an.
Und eine ‚Geburtstagsüberraschung‘ gab es dann für die Kinder an diesem Tag auch noch. Dafür hatte der Kirchenvorstand gesorgt. Die Idee einen zaubernden Clown in die Einrichtung zu schicken kam von Gabi Katzenburg, die den restlichen Kirchenvorstand nicht lange überreden musste. „Davon habe ich nichts gewusst“, zeigte sich Jutta Block freudig überrascht.
Aus dem Konzept der Kita: 70 Kinder im Alter von 2 Jahren bis zum Beginn der Schulpflicht besuchen in vier Gruppen unsere Einrichtung für behinderte und nicht behinderte Kinder. Davon werden 40 Kinder in den Gruppen Grün und Blau betreut. Weiterhin werden 30 Kinder, davon 10 behinderte Kinder, in den Gruppen Rot und Gelb 45 Stunden betreut. Kinder, die 45 Stunden betreut werden, erhalten ein Mittagessen. Die Einrichtung liegt neben der St. Franziskus-Kirche. Das Team setzt sich aus Erzieher*innen, Ergänzungskräften, einer Diplom-Pädagogin, einer Hauswirtschafterin und zwei Heilpädagoginnen zusammen. Zusätzlich steht noch eine Motopädin (Bewegungstherapeutin) zur Verfügung. Das therapeutische Angebot wird, soweit möglich, im Sinne einer gemeinsamen Erziehung mit den nicht behinderten Kindern gestaltet. Ergotherapie und Sprachtherapie werden von Therapeutinnen aus externen Praxen angeboten. Die Altersstruktur innerhalb der Gruppen ist bewusst gemischt. All das gibt den Kindern die Chance, das Zusammenleben mit unterschiedlichen Menschen zu erproben und dabei Erfahrungen zu machen, die über den eigenen Lebensbereich hinausgehen. Aktuell wird noch Verstärkung gesucht.

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